Forschungscluster: Mobilität und migrationsspezifische Ungleichheiten

Projektbeginn: 01.02.2021

Mit Beginn des Jahres 2021 wurde das ehemalige Forschungscluster „Mobilität von Hochqualifizierten“ inhaltlich und personell breiter aufgestellt. Der bisherige Fokus auf die räumliche Mobilität von Studierenden und Hochschulabsolvent*innen wird künftig um Forschungsperspektiven ergänzt, die Ungleichheiten beim Zugang zu verschiedenen Bildungsoptionen sowie heterogene Bildungs- und Arbeitsmarkt-Outcomes in Abhängigkeit des Migrationshintergrunds in den Blick nehmen. Zudem erweitert das Cluster sich inhaltlich um die Themen der virtuellen und kognitiven Mobilität. Es verfolgt außerdem weiterhin das Ziel einer Auseinandersetzung mit theoretischen und methodischen Ansätzen der Mobilitäts- und Migrationsforschung und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Hochschul- und Wissenschaftsforschung.

In den kommenden Jahren wird die Rolle von migrationsspezifischen Unterschieden an den Übergängen in Hochschulbildung, das Masterstudium, die Promotion sowie den nicht-akademischen Arbeitsmarkt in den Blick genommen.

  • Bestehen an diesen Übergängen höhere Bildungsaspirationen von Personen mit Migrationshintergrund? Wodurch lassen sich diese ggf. erklären?
  • Variieren die Erträge akademischer Qualifikationsphasen in Abhängigkeit des Migrationshintergrunds? Kann akademische Bildung (erwarteten) Diskriminierungen auf dem Arbeitsmarkt entgegenwirken?
  • Gibt es bezogen auf die genannten Fragestellungen Unterschiede zwischen internationalen Studierenden (mit und ohne Fluchterfahrung) und Studierenden mit Migrationshintergrund, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erlangt haben?

Mit Blick auf Wissenschaftler*innen werden virtuelle und kognitive Mobilität als neue Formen nicht-räumlicher Mobilität untersucht. Während virtuelle Mobilität die Vermittlung von Informationen mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien bezeichnet, kann kognitive Mobilität als Wechsel fachlicher bzw. inhaltlicher wissenschaftlicher Schwerpunkte im Verlauf der akademischen Karriere verstanden werden.

  • Wie lassen sich Formen virtueller und kognitiver Mobilität empirisch messen und analysieren?
  • Welche Zusammenhänge bestehen zwischen der räumlichen und der virtuellen sowie kognitiven Mobilität von Wissenschaftler*innen?

Auf hochschulischer Ebene lässt die Entwicklung spezifischer Angebote für Studierende mit Fluchterfahrung und für internationale Studierende die Frage nach migrationsspezifischen Herausforderungen und der Passung von Bedarfen und Angeboten aufkommen.

  • Welche Unterstützungsangebote existieren für Studierende mit unterschiedlichen Migrationshintergründen? Wie bewerten die Studierenden die Passung ihrer Bedarfe und verfügbarer Fördermöglichkeiten?
  • Welche nationalen und organisationalen Merkmale beeinflussen die Gründung von Diversity Offices?

Zudem wird weiterhin zu Netzwerken transnationaler studentischer Mobilität geforscht. Konkret werden politisch-institutionelle Faktoren einerseits und die Bedeutung geschlechtsspezifischer Unterschiede stärker thematisiert.

  • Welchen singulären Effekt haben der Grad der akademischen Freiheit und der ökonomischen Ungleichheit, Menschen- und Frauenrechte und die Stabilität politischer Institutionen auf die Attraktivität eines Landes als Studiendestination?
  • Beeinflusst das Geschlecht international mobiler Studierenden die Entscheidung für einen Studienort?

Das Cluster bündelt Publikations- und Vortragsaktivitäten zu den Themen Mobilität und migrationsspezifische Ungleichheiten innerhalb des DZHW. Zudem fördert es Kooperationen mit externen Wissenschaftler*innen.

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Publikationen

Does studying abroad influence graduates’ wages? A literature review.

Netz, N., & Cordua, F. (2021). Does studying abroad influence graduates’ wages? A literature review. Journal of International Students, 11(4).

Welchen Einfluss hat internationale Mobilität auf wissenschaftliche Karrieren? Ein Forschungsüberblick.

Netz, N. (2021). Welchen Einfluss hat internationale Mobilität auf wissenschaftliche Karrieren? Ein Forschungsüberblick. (DAAD Forschung kompakt). Bonn: DAAD. https://doi.org/10.46685/DAADStudien.2021.01
Vorträge

The ‘Global South’ in the transnational student mobility network. Effects of institutional (in)stability, reputation, post-colonial ties, and cultural homophily.

Vögtle, E. (2021, Juli). The ‘Global South’ in the transnational student mobility network. Effects of institutional (in)stability, reputation, post-colonial ties, and cultural homophily. Vortrag auf der Konferenz IPSA Virtual 26th World Congress of Political Scientists, International Political Science Association, Universidade Nova de Lisboa, Portugal.
Abstract

Während die wichtige Rolle von Institutionen und Vertrauen für ökonomische Transaktionen in der Institutionenökonomie gut bekannt ist, wurden die Auswirkungen entsprechender Institutionen, historischer Pfadanhängigkeiten und kultureller Ähnlichkeiten wie Sprache und Religion in der Forschung zur transnationalen Studentenmobilität noch nicht systematisch analysiert. In unserer Forschung analysieren wir das Phänomen der transnationalen Studentenmobilität, indem wir Aspekte dieser verschiedenen Perspektiven kombinieren und testen. Wir konzentrieren uns auf Outbound-Studierende und analysieren, welche Faktoren beeinflussen, ob ein bestimmtes Land einen hohen Anteil an internationalen Studierenden gewinnen kann.

The ‘Global South’ in the transnational student mobility network. Effects of institutional (in)stability, reputation, post-colonial ties, and cultural homophily.

Vögtle, E. (2021, Juni). The ‘Global South’ in the transnational student mobility network. Effects of institutional (in)stability, reputation, post-colonial ties, and cultural homophily. Vortrag auf der Konferenz 27th International Conference of Europeanists, Council for European Studies, Reykjavík, Island.
Abstract

Während die wichtige Rolle von Institutionen und Vertrauen für wirtschaftliche Transaktionen in der Institutionenökonomie gut bekannt ist, wurden die Auswirkungen geeigneter Institutionen, historische Vermächtnisse und kultureller Ähnlichkeiten wie Sprache und Religion in der Forschung zur transnationalen Studentenmobilität noch nicht systematisch analysiert. In unserer Untersuchung gehen wir von der Annahme aus, dass je funktionsfähiger die Institutionen eines potenziellen Gastlandes sind, desto attraktiver sind sie für ausländische Studierende. Unter Verwendung aggregierter Daten fokussieren wir auf die Eigenschaften der Länder und die Beziehung zwischen ihnen, um Muster des internationalen Studierendenaustauschs zu erklären.

Graduates’ labor market entry abroad. The payoff to international early career migration.

Witte, N., Stawarz, N., & Netz, N. (2021, Juni). Graduates’ labor market entry abroad. The payoff to international early career migration. Vortrag auf der Konferenz “Accumulation and compensation of inequalities” (RC28 Spring Meeting), Universität Turku.

The ‘Global South’ in the network of transnational student mobility. Effects of institutional stability, reputation, post-colonial ties, and cultural homophily.

Vögtle, E. (2021, März). The ‘Global South’ in the network of transnational student mobility. Effects of institutional stability, reputation, post-colonial ties, and cultural homophily. Vortrag auf der Tagung Aktuelle Entwicklungen der Netzwerkforschung und Computational Social Science, Mark Lutter, Jan Riebling, Nico Sonntag und Linus Weidner, Universität Wuppertal, Deutschland.
Abstract

Welche Rolle spielt die institutionelle Fragilität bzw. Stabilität für die Attraktivität eines Landes als Studienort? Wie interagiert dies mit sozioökonomischen Bedingungen? Ist Homophilie zwischen Ländern noch einflussreich für die transnationale Studentenmobilität, wenn wir eine globale Stichprobe ohne Vorselektion der Länder analysieren? Sind koloniale Bindungen zwischen Ländern immer noch einflussreich für die Richtung und Intensität von Studentenaustausch-Netzwerken?

Clusterleitung

Nicolai Netz
Dr. Nicolai Netz Clusterleitung 0511 450670-171
Eva Maria Vögtle
Dr. Eva Maria Vögtle Clusterleitung 0511 450670-359

Mitglieder

Jana Berg Clemens Blümel Fine Cordua Michael Grüttner Hanna Mentges Dr. Pedro Pineda Hendrik Schirmer Swetlana Sudheimer