Junior Research Group: Mobility of the Highly Skilled

Start of the project: 01-Mar-2019

Die räumliche Mobilität von Studierenden und Hochschulabsolvent*innen gilt in der europäischen Hochschul-, Wissenschafts- und Wirtschaftspolitik als ein Mechanismus, der den zivilgesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und die Leistungsfähigkeit von Volkswirtschaften sowie Wissenschaftssystemen erhöhen kann. Aus individueller Sicht kann räumliche Mobilität zudem eine Strategie zur Verbesserung der eigenen Lebenschancen darstellen.

Vor diesem Hintergrund wurden in den vergangenen Jahrzehnten Barrieren beim Zugang zu nationalen und regionalen Arbeitsmärkten für hochqualifizierte Arbeitskräfte gelockert und grenzüberschreitende wissenschaftliche Kooperationen großflächig gefördert. Durch die Etablierung von Programmen wie ERASMUS und die Harmonisierung von Studienstrukturen im Zuge des Bologna-Prozesses wurden auch für Studierende neue Möglichkeiten zur räumlichen Mobilität geschaffen.

Doch wer nutzt diese Möglichkeiten? Welche systemischen, institutionellen und individuellen Faktoren beeinflussen, ob Hochqualifizierte mobil werden, um zeitweise oder dauerhaft an anderen Orten zu leben beziehungsweise zu studieren oder zu arbeiten? Und welche kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen hat räumliche Mobilität auf die Lebensverläufe von Hochqualifizierten?

Aufgrund der Beschaffenheit vorhandener Datenquellen haben die Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Migrationsforschung derartige Fragen lange Zeit vorrangig für breitere Bevölkerungssegmente und nur selten mit Blick auf Hochqualifizierte untersucht. In jüngerer Zeit generierte Datenquellen haben jedoch neue Potenziale zur Analyse der Ursachen und Auswirkungen der räumlichen Mobilität von Hochqualifizierten geschaffen. Diese Potenziale soll die Nachwuchsgruppe erschließen und nutzen.

Als Ergänzung bereits vorhandener Forschung zur Mobilität von Hochqualifizierten, die bislang stark von Makro-Analysen geprägt ist und häufig die Zuwanderung von Hochqualifizierten (Inbound-Mobilität) in den Blick nimmt, steht in der Nachwuchsgruppe die mikrofundierte Analyse der zeitweiligen bzw. dauerhaften Abwanderung von Hochqualifizierten im Vordergrund (Outbound-Mobilität). Unter dem konzeptionellen Dach der Lebensverlaufsperspektive werden verschiedene soziologische, psychologische und ökonomische Theorien herangezogen, um die mannigfaltigen Ursachen der Mobilität sowie deren Konsequenzen auf die Lebensverläufe von Hochqualifizierten zu untersuchen. Neben empirischen Analysen auf Basis der DZHW-Befragungsreihen sowie externer Datenquellen sollen in der Nachwuchsgruppe synthetisierende Beiträge entstehen, die den Forschungsstand im Bereich der Mobilität von Hochqualifizierten zusammenfassen und zu deren systematischer Weiterentwicklung beitragen.

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Presentations

Does international student mobility increase social inequality? An analysis of heterogeneous income returns during the first ten years after graduation.

Netz, N., & Grüttner, M. (2019, Mai).
Does international student mobility increase social inequality? An analysis of heterogeneous income returns during the first ten years after graduation. Vortrag auf der 1st International DZHW User Conference on Dynamics in the Student and Academic Life Course, Leibnizhaus, Hannover.

Nachwuchsgruppe "Mobilität von Hochqualifizierten".

Netz, N., & Cordua, F. (2019, Mai).
Nachwuchsgruppe "Mobilität von Hochqualifizierten". Poster auf der DZHW-Hausmesse 2019, ver.di-Höfe, Hannover.

Head of Junior research group

Nicolai Netz
Dr. Nicolai Netz Head +49 511 450670-171

Members

Fine Cordua

Press contact

Daniel Matthes
Daniel Matthes +49 511 450670-532
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