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Forschung – Governance in Hochschule und Wissenschaft

Forschung – Governance in Hochschule und Wissenschaft



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Die Abteilung „Governance in Hochschule und Wissenschaft“ untersucht Formen und Auswirkungen der Handlungskoordination zwischen Akteuren des Hochschul- und Wissenschaftssystems. Dabei stehen Organisationen und deren Mitglieder im Mittelpunkt. Auf der Meso-Ebene der Analyse geht es um Mechanismen wie staatliche Regulierung, externe Steuerung, akademische Selbstorganisation, hierarchische Selbststeuerung, Wettbewerb und wissenschaftliche Selbstregulierung von Scientific Communities. Zweitens werden konkrete Konfigurationen solcher Governance-Mechanismen untersucht, die man als Governance-Regime fassen kann. Und drittens bezieht sich die Analyse auf verschiedene Governance-Instrumente (wie Gesetze, Zielvereinbarungen, kennzahlengestützte Mittelallokationssysteme, Ideenwettbewerbe etc.), mit denen Akteure ihre Handlungen koordinieren. Dabei steht die Erforschung der Einsatzbedingungen und Effekte, die sich aus der Implementierung und Verwendung einzelner Governance-Instrumente für Aufgabenwahrnehmung und Leistungsniveau von Hochschulen ergeben, im Mittelpunkt.
Grundsätzlich folgt die Abteilung zwei Analyseperspektiven: Im Hinblick auf die externe Governance wird anhand ausgewählter thematischer Schwerpunkte die Dynamik der Handlungskoordination zwischen Hochschulen, staatlichen Instanzen, Wissenschaftseinrichtungen und anderen Akteuren im Bildungs-, Hochschul- und Forschungssystem beleuchtet. Analysen der internen Governance beziehen sich dagegen auf strukturelle Entwicklungen und Prozessen, die den Binnenraum der Hochschulen betreffen.
Die Abteilung gliedert sich in drei Arbeitsbereiche, die mit Blick auf die Organisation Hochschule komplementäre inhaltliche Schwerpunkte setzen.

Arbeitsbereich Governance von wissenschaftlicher Weiterbildung

ROLLE UND BEDEUTUNG DES ARBEITSBEREICHS

Wissenschaftliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen gelten national und international seit vielen Jahren als wichtige bildungspolitische Paradigma. Angesichts einer kürzer werdenden Halbwertzeit des Wissens und der sich beschleunigenden Entwicklungszyklen von Arbeitsgestaltung, Informations‐ und Kommunikationstechniken ist die systematische Beobachtung der Ausgestaltung der wissenschaftlichen Weiterbildung im Rahmen des tertiären Bildungssystems ein entscheidender Beitrag der Hochschul‐ und Wissenschaftsforschung.

FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE UND AUFGABEN

Wie Hochschulen und andere relevante Organisationen die Anforderung umsetzen, Strukturen für wissenschaftliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen im hochschulischen Kontext zu schaffen, und wie sich Lernverhältnisse für die Zielgruppen ausgestalten, gehört zu den zentralen Forschungsfragen des Untersuchungsfeldes. Hinzu kommen Fragen der Durchlässigkeit zwischen beruflicher Bildung, Erwachsenenbildung und hochschulischer Bildung und somit auch die Themen des Europäischen und Deutschen Qualifikationsrahmens und der Anrechnung außerhochschulisch erworbener Kompetenzen.

METHODEN UND ERGEBNISSE

Sowohl qualitative als auch quantitative Forschungsmethoden bilden die methodologische Grundlage des Arbeitsbereichs. Die Bearbeitung der Fragestellungen erfolgt gegenstandsangemessen in einem multi-methodischen Design. Differenzierte Ergebnisse liegen im Bereich der Durchlässigkeit von der beruflichen in die hochschulische Bildung vor (siehe Publikationen und Vorträge). Im Bereich der Forschung zu wissenschaftlicher Weiterbildung und der Öffnung der Hochschulen für nicht-traditionelle Studierende werden im Rahmen einer triangulativ angelegten begleitenden Evaluation sowohl interne Projektberichte als auch wissenschaftliche Veröffentlichungen zu lebenslangem Lernen und seiner Institutionalisierung im Hochschulsektor erarbeitet (siehe Projekte).

Arbeitsbereich Kennzahlensysteme und Ressourcen

ROLLE UND BEDEUTUNG DES ARBEITSBEREICHS

Veränderungen der Governance im Hochschulsystem kommen insbesondere in geänderten Leitungs- und Entscheidungsstrukturen der Hochschulen sowie im Verhältnis zwischen Wissenschaftsministerien und Hochschulen (Ebene Land-Hochschule) zum Ausdruck. Damit verbunden ist die Implementierung von neuen Verfahren der Ressourcenkalkulation und Leistungsmessung in Form von hochschulinternen und -externen Kennzahlensystemen.

FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE UND AUFGABEN

Der Arbeitsbereich analysiert die im Hochschulsystem eingesetzten Systeme und Governance-Instrumente (wie beispielsweise leistungsbezogene Budgetierungssysteme, Zielvereinbarungen, Benchmarking- und Ratingverfahren) und entwickelt sie in Kooperation mit den betroffenen Einrichtungen fort. Dabei steht die Abstimmung mit den spezifischen wissenschaftlichen und hochschulspezifischen Zielen und Rahmenbedingungen im Vordergrund.

METHODEN UND ERGEBNISSE

Aufbauend auf den bisherigen Projektschwerpunkten verbindet der Arbeitsbereich die praxisorientierte Gestaltung und Weiterentwicklung von Kennzahlen- und Ressourcenallokationssystemen (z.B. in Form einer umfassenderen Integration verschiedener Aspekte von Qualität in Lehre und Forschung) mit einer verstärkten Forschungs- und Theorieorientierung.

Arbeitsbereich Organisationsstruktur und -dynamik

ROLLE UND BEDEUTUNG DES ARBEITSBEREICHS

Der Stellenwert von Organisationen als Gegenständen der Hochschulforschung hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich erhöht. Gründe dafür sind der enorme Autonomie- und Verantwortungszuwachs der Hochschulen wie auch die Etablierung neuer intermediärer Organisationsformen. Im Zuge dieser Entwicklungen gewinnt die Frage nach Organisationsstrukturen und Entwicklungsdynamiken von Einrichtungen des Hochschul- und Wissenschaftssystems stetig an Bedeutung.

FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE UND AUFGABEN

Der Arbeitsbereich geht aus der Perspektive der Governance-Forschung und der Organisationssoziologie der Frage nach, wie Hochschulen und andere Organisationen den Wandel externer Governance-Regime verarbeiten, welche organisationalen Strukturen und Dynamiken sie dabei ausbilden, wie sie auf bestimmte Governance-Mechanismen reagieren und wovon Unterschiede in der Art der Verarbeitung von Steuerungsimpulsen abhängen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den intendierten und nicht-intendierten Folgen solcher Veränderungen.

METHODEN UND ERGEBNISSE

Der Arbeitsbereich greift bei der Beantwortung seiner Forschungsfragen sowohl auf qualitative als auch auf quantitative Erhebungs- und Analysemethoden zurück. Bei komplexen Untersuchungsgegenständen (wie z.B. Berufungsverfahren an Hochschulen oder Interdependenzen zwischen Forschungsperformanz und -governance) kommen Mixed Methods-Designs zum Einsatz, die auf die jeweilige Forschungsfragestellung abgestimmt sind.

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