Vulnerabilität von Studierenden in Zeiten der Corona-Pandemie: Nimmt die soziale Ungleichheit im Studium zu?

Projektbeginn: 01.05.2022 - Projektende: 31.01.2024

Im Zuge der Corona-Pandemie hat sich die soziale und wirtschaftliche Lage von Studierenden deutlich verändert: Die Interaktionsmöglichkeiten mit Kommiliton*innen und Lehrenden sowie Unterstützungsmöglichkeiten durch die Familie wurden stark eingeschränkt. Hierdurch hat sich die finanzielle Situation von Studierenden und deren Eltern oftmals drastisch verschlechtert. Auch musste die Lehre weitgehend digital stattfinden, sodass sich Studierende mit veränderten Lehr-, Lern- und Prüfungssituationen auseinandersetzen mussten. Derartige Veränderungen gingen für viele Studierende mit einem erhöhten Stressempfinden einher. Diese Entwicklungen werfen die Frage auf, wie sich die veränderten Studienbedingungen auf den Studienerfolg von verschiedenen vulnerablen Studierendengruppen auswirken.

Im Rahmen dieses DFG-Projektes wird daher untersucht, inwieweit infolge der Corona-Pandemie veränderte soziale Ungleichheiten im Studium zu beobachten sind. Neben Ungleichheiten nach Geschlecht und sozialer Herkunft werden auch solche nach Migrationshintergrund, Elternstatus und Gesundheitszustand in die Analysen einbezogen. Dabei werden die unterschiedlichen Studienbedingungen der Studierenden und deren Auswirkungen auf die erwartete Studiendauer und Studienabbruchintention analysiert.

Die Analysen basieren auf einer Kombination aus deutschlandweit repräsentativen Datensätzen (Studieren zu Zeiten der Corona-Pandemie und dem gepoolten Datensatz der Sozialerhebungen 2009 – 2016). Das Projekt soll neue theoretische und empirische Erkenntnisse in der Bildungs- und Stratifikationsforschung zur Entstehung sozialer Ungleichheiten in Krisensituationen generieren. Die Ergebnisse sollen helfen, Empfehlungen zur zielgenauen Unterstützung vulnerabler Studierendengruppen während und nach der Corona-Pandemie zu formulieren. Diese können der Entstehung von langwierigen sozialen Ungleichheiten im deutschen Bildungs- und Gesellschaftssystem entgegenwirken.

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Publikationen

Dropout intent of students with disabilities.

Rußmann, M., Netz, N., & Lörz, M. (2023). Dropout intent of students with disabilities. Higher Education (online first). https://doi.org/10.1007/s10734-023-01111-y
Abstract

We examine the mechanisms explaining the dropout intentions of students with disabilities by integrating Tinto’s model of student integration, the student attrition model, the composite persistence model, and insights from social stratification research. Overall, our results highlight the importance of considering both students’ integration into higher education and their private resources for understanding student-group-specific dropout intent.

Studienbezogene Auslandsmobilität und soziale Ungleichheiten im Kontext der Coronapandemie.

Netz, N., & Völk, D. (2023). Studienbezogene Auslandsmobilität und soziale Ungleichheiten im Kontext der Coronapandemie. (DZHW Brief 03|2023). Hannover: DZHW. https://doi.org/10.34878/2023.03.dzhw_brief
Abstract

Während im Sommersemester 2016 knapp 17 Prozent der Studierenden bereits studienbezogene Auslandserfahrung gesammelt hatten, lag dieser Wert im Sommersemester 2021 nur bei gut 12 Prozent. Somit hat sich der seit 2012 zu beobachtende Trend fallender Mobilitätsquoten auch im Jahr 2021 fortgesetzt. Die Verringerung der Mobilitätsquote in den letzten Jahren geht vor allem auf gesunkene Anteile Studierender zurück, die im Ausland Praktika oder Exkursionen absolvieren. Der Anteil Studierender mit einer Auslandsstudienphase ist relativ gesehen nur geringfügig gesunken.
Bei Auslandsaufenthalten und Plänen für zukünftige Auslandsaufenthalte lassen sich im Jahr 2021 Ungleichheiten nach Sozialgruppen beobachten, die sich bereits vor Beginn ...

Studierende mit Beeinträchtigung: Abbruchrisiko steigt.

Rußmann, M., Lörz, M., & Netz, N. (2023). Studierende mit Beeinträchtigung: Abbruchrisiko steigt. Forschung & Lehre, 1, 34-35.
Abstract

Studierende mit Beeinträchtigung stehen im Studium oft vor besonderen Herausforderungen. Im Zuge der Corona-Pandemie haben sich ihre Studienbedingungen nochmals erschwert. Welche Auswirkungen hatte das auf das Abbruchrisiko dieser Studierendengruppe?

Vorträge

Erschöpfung im Studium und soziale Ungleichheit.

Rußmann, M., Becker, K., Netz, N., & Ehrhardt, M.-C. (2023, November). Erschöpfung im Studium und soziale Ungleichheit. Vortrag im DZHW Nutzerbeirat, Hannover.

Gender differences in doctoral students' mental health.

Rußmann, M., Schwabe, U., & Netz, N. (2023, Oktober). Gender differences in doctoral students' mental health. Vortrag im Rahmen des 5th Forum "Higher Education and the Labour Market" (HELM), IAB/DZHW, Nürnberg.

Gender differences in doctoral students’ mental well-being in Germany.

Rußmann, M., Schwabe, U., & Netz, N. (2023, August). Gender differences in doctoral students’ mental well-being in Germany. Vortrag im Rahmen der ECSR Thematic Conference "COVID-19 and Social Inequality in Well-being" , LIfBi/IAB, Bamberg/Nürnberg.

Dropout intentions of students with disabilities.

Rußmann, M., Netz, N., & Lörz, M. (2023, Juni). Dropout intentions of students with disabilities. Vortrag auf dem Kongress XX ISA World Congress of Sociology, International Sociological Association (ISA), Melbourne, Australia.

Dropout intent of students with disabilities.

Rußmann, M. (2023, Mai). Dropout intent of students with disabilities. Poster im Rahmen des DZHW-Forschungstags, DZHW, Hannover.

Dropout intentions of students with disabilities.

Rußmann, M., Netz, N., & Lörz, M. (2023, März). Dropout intentions of students with disabilities. Vortrag im Rahmen der Frühjahrstagung der DGS-Sektion „Soziale Ungleichheit und Sozialstrukturanalyse", GESIS, Mannheim.

Dropout intentions of students with disabilities.

Rußmann, M., Netz, N., & Lörz, M. (2022, Oktober). Dropout intentions of students with disabilities. Vortrag im Rahmen des 4th Forum Higher Education and the Labour Market , IAB/DZHW, Nürnberg/Hannover.

Ansprechperson

Nicolai Netz
Dr. Nicolai Netz 0511 450670-171

Projektmitarbeit

Mareike Rußmann

Externe Ansprechpartner*innen

, HIS-HE

Gefördert von

Deutsche Forschungsgemeinschaft