BERTI

Neue berufliche Rollen? Kompetenz- und Aufgabenprofile in der IT- gestützten Forschungsberichterstattung

Projektbeginn: 01.07.2019 - Projektende: 30.06.2022

Heterogene Berichtsanlässe, ein wachsender sowie zunehmend ausdifferenzierter Kreis an Datennachfragern und die engere Einbindung von Forschungsinformationen in strategische Entscheidungsprozesse für den organisationsinternen Steuerungsbedarf führen zu einer zunehmenden Nutzung komplexer technischer Lösungen und Informationssysteme in der Forschungsdokumentation. Damit erlangt das Tätigkeitsprofil der Forschungsberichterstattung neue Qualitäten: Die Digitalisierung hält Einzug und verändert nachhaltig Arbeitsprozesse und Abläufe sowie Stellenprofile.

Leitende Annahme des Projektvorhabens ist, dass sich im Zuge der Nutzung vernetzter Informationssysteme zur Datenerhebung, -verarbeitung und -analyse sowie der wachsenden Bedeutung der (quantitativen) Leistungsbewertung in der Forschung für organisationstrategische Entscheidungen ein neuer Typus des im Wissenschaftsmanagement tätigen Personals herausbildet. Vor diesem Hintergrund stellt BERTI die folgende übergreifende Fragestellung: Welche beruflichen Rollen bilden sich im Zuge der Verbreitung und Nutzung von digitalen Informationssystemen zur Leistungserfassung und Forschungsberichterstattung an Forschungsorganisationen heraus? Das vorliegende Projekt hat zum Ziel, Projektverantwortliche und ForschungsreferentInnen im Bereich der digital unterstützten Forschungsberichterstattung an deutschen Forschungseinrichtungen, ihre Aufgaben- und Kompetenzprofile sowie Qualifikationen zu analysieren.

Die theoretische Rahmung erfolgt mit dem professionssoziologischen Ansatz von Andrew Abbott und Bezügen auf den Infrastrukturbegriff aus den Science and Technology Studies (STS). Das Studiendesign des Vorhabens beinhaltet qualitative Fallstudien an deutschen und europäischen Einrichtungen mit avancierten, IT- gestützten Forschungsdokumentationen sowie eine breit angelegte, quantitative Erfassung digital unterstützter Praktiken der Forschungsberichterstattung in Deutschland.

Zunächst werden Datenerhebungs-, Verarbeitungs- und Nutzungskontexte der Forschungs-berichterstattung und deren digitale Unterstützung untersucht. Anschließend stehen die personellen Verantwortlichkeiten, organisationale Verankerung und die spezifischen Aufgabenprofile im Bereich der IT-gestützten Berichterstattung im Zentrum sowie die Prozessabläufe und Implementationsdynamiken bei der Einführung von Forschungsinformationssystemen und anderen technischen Umsetzungssystemen der Forschungsdokumentation. In einem weiteren Schritt werden die fachlichen Hintergründe, Qualifikationen sowie die vorhandenen und benötigten Kompetenzen des hiermit befassten Personals detailliert untersucht. Schließlich wird nach den Entwicklungsperspektiven der IT-gestützten Forschungsberichterstattung in Deutschland gefragt. Im Anschluss daran werden Empfehlungen zur Qualifikation und Weiterbildung des neuen Berufsfeldes in Form eines Kompetenzmodells entwickelt.

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Publikationen

The Competent Bibliometrician–A Guided Tour through the Scholarly and Practitioner Literature.

Petersohn, S. (2020). The Competent Bibliometrician–A Guided Tour through the Scholarly and Practitioner Literature. In Ball, R. (Hrsg.), Handbook Bibliometrics (S. 485-496). Berlin, Boston: De Gruyter Saur.
Abstract

Repeated calls for responsible research metrics and professional codes of conduct in evaluative bibliometrics highlight the need to investigate which qualifications and competencies enable a proficient application of bibliometric methods and indicators. Taking competence research as a point of departure, this chapter delineates salient dimensions of professional competence in bibliometric research evaluation by reviewing a selected subset of the literature. The reviewed literature focuses on handbooks, monographs, and scholarly and practitioner articles that introduce theory and methodology of bibliometrics and showcase applications to scholars and practitioners mainly outside of the scientometric research community.

Tagungen

Ethnografie digitaler Infrastrukturen.

Petersohn, S. (2020). Workshop Ethnografie digitaler Infrastrukturen.Workshop des Forschungsclusters Empirische Methoden der Hochschul- und Wissenschaftsforschung unter der Leitung von Juniorprofessorin Dr. Stefanie Büchner (Leibniz Universität Hannover), DZHW, Berlin.

Projektleitung

Sabrina Petersohn
Dr. Sabrina Petersohn Projektleitung 030 2064177-33

Projektmitarbeit

Dr. Stefan Schelske Christoph Thiedig

Gefördert von

Bundesministerium für Bildung und Forschung