Absolventenpanel Prüfungsjahrgang 2017

Projektbeginn: 01.01.2017 - Projektende: 30.06.2020

Mit dem Absolventenpanel 2017 (AP2017) wird erstmals ein bundesweites Projekt der deutschen Absolventenforschung von einem Verbund überregional tätiger Forschungsinstitute getragen. Die Verbundpartner (DZHW, INCHER, ISTAT) haben es sich zum Ziel gesetzt, die Interessen unterschiedlicher Nutzergruppen möglichst umfassend zu berücksichtigen, so dass mit dem Verbundkonzept AP2017 eine langfristig tragfähige Lösung entsteht. Ein gemeinsam abgestimmtes Instrument ermöglicht es, Fragen sowohl des nationalen Bildungsmonitorings als auch der Hochschulsteuerung sowie der Hochschulforschung zu berücksichtigen. Das Verbundkonzept gewährleistet somit die Minimierung von Reibungsverlusten, insbesondere die Vermeidung von Doppelbefragungen, und erlaubt eine vielschichtige Nutzung der Befragungsergebnisse. Die Erhebung bundesweit repräsentativer Daten zum Absolventenjahrgang 2017 wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Studiendesign

Die Befragung ist als Längsschnittstudie mit mehreren Befragungswellen konzipiert. Die erste Befragung des Absolventenjahrgangs 2017 wird ein bis zwei Jahre nach der Beendigung des Studiums durchgeführt. Thematisch stehen hier der Übergang in den Arbeitsmarkt (oder in weitere akademische Qualifikationen) sowie eine erste Arbeitsmarktplatzierung im Mittelpunkt. Die Abbildung der Studienverläufe und retrospektive Studienbewertungen haben ebenfalls einen hohen Stellenwert, da Erstbefragungen ein wichtiges Feedback für die Qualitätssicherung von Studiengängen darstellen.

Weitere Befragungswellen erfolgen voraussichtlich fünf bzw. zehn Jahre nach dem Studienabschluss. Auch für die Folgewellen wird eine Harmonisierung der bestehenden Befragungsformate angestrebt. Neben einer bundesweit repräsentativen Stichprobe besteht für einzelne Hochschulen die Möglichkeit, die Befragung zu einer Vollerhebung für ihre Hochschule auszuweiten. Dies erfolgt über eine (kostenpflichtige) Teilnahme am KOAB-Projekt des ISTAT.

Fragebogen

Das Instrument des AP2017 wurde unter Einbezug zahlreicher Akteure erstellt. Dabei konnten zwei bundesweit bewährte Formate (DZHW-Absolventenbefragung und KOAB-Absolventenstudien) in ein neues Instrument integriert werden. Hierdurch wurde ein am neuesten Forschungsstand orientiertes Instrument erstellt, mit dem ein Großteil der Zeitreihen nahtlos fortgeführt werden kann, die ihren Ursprung in der DZHW-Absolventenbefragung, den KOAB-Studien oder einer an diese beiden Formate angelehnten Umsetzungen haben.

Der Fragebogen des AP2017 wurde als Kerninstrument konzipiert, der von den KOAB-Hochschulen um optionale und hochschulspezifische Fragen erweitert werden kann. Das Instrument wird in deutscher und englischer Sprache angeboten. Für verschiedene Teilgruppen (Bachelor, Master, Promotion, Staatsexamen, darunter Rechtswissenschaft, Medizin und Lehramtsabsolvent(inn)en) sowie für nicht-traditionelle Studienformate existieren spezifische Fragebogenvarianten.

Stichprobe

Das AP2017 sieht eine bundesweite Befragung des Absolventenjahrgangs 2017 vor (= Prüfungsjahrgang 2017). Es wird eine Stichprobe mit 75.000 Absolvent(inn)en aller Abschluss- und Hochschularten in Deutschland (mit Ausnahme der Verwaltungsfachhochschulen und der Hochschulen der Bundeswehr) anvisiert. In die Stichprobenziehung gehen einzelne Studiengänge diverser Hochschulen ein; es ist möglich, dass mehrere Studiengänge einer Hochschule in die Stichprobe gezogen werden. Die genaue Verteilung der Stichprobe auf die Hochschulen wird im Herbst 2017 feststehen. Die Stichprobe beinhaltet auch Absolvent(inn)en, die 2017 eine Promotion abgeschlossen haben, daher erfolgt für die Feldphase eine zeitliche Abstimmung mit dem Projekt "Nacaps" des DZHW.

Feldphase

Die Feldphase für die erste Befragungswelle findet von Oktober 2018 bis Februar 2019 statt. Die Erhebung wird mit einem Online-Fragebogen durchgeführt, wobei die Kontaktaufnahme der Absolvent(inn)en sowohl postalisch als auch per E-Mail stattfinden wird. Sie erfolgt aus Datenschutzgründen über die Hochschulen. Die teilnehmenden Institutionen werden bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Feldphase durch das ISTAT unterstützt. Die Aufwände für die teilnehmenden Hochschulen sollen möglichst minimiert werden. Darüber hinaus werden die für die bundesweite Stichprobe anfallenden Sachkosten in Bezug auf Adressaktualisierungen und Einladungsversand übernommen. Für die Befragung wird von einer durchschnittlichen Ausschöpfungsquote von ca. 25% ausgegangen.

Ergebnisverwendung

Die Ergebnisse des AP2017 werden derart strukturiert sein, dass sie sowohl den Erfordernissen des Bildungsmonitorings als auch den Bedarfen der allgemeinen Hochschulforschung entsprechen. Die Befragungsergebnisse werden zudem in einer Form aufbereitet, die sich für die Verwendung im Rahmen der hochschulinternen Evaluationsforschung und des Qualitätsmanagements eignet. Um diesen hohen Anforderungen gerecht zu werden, bringen sich die Verbundpartner mit ihrer je spezifischen Expertise in die Ergebnisaufbereitung ein: So wird das DZHW unter anderem Analysen für das Bildungsmonitoring verantworten, das INCHER seine Expertise hinsichtlich der internationalen Anschlussfähigkeit von Instrumenten und Forschungsergebnissen einbringen und das ISTAT nutzenfokussierte Analyseergebnisse für die angewandte Evaluationsforschung liefern. Diese Auswertungsperspektiven werden sich neben einer gemeinsam erstellten Projektpublikation auch in spezifischen Ergebnisaufbereitungen und Publikationen widerspiegeln. Alle teilnehmenden Hochschulen erhalten für die im Rahmen des AP2017 befragten Studiengänge sowohl tabellarische als auch grafische Auswertungen. Der Scientific Community wird für die Bearbeitung von Forschungsfragestellungen ein anonymisiertes Scientific-Use-File zur Verfügung gestellt.

Gesamtprojekt

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Gefördert von

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Kooperationspartner

Institut für angewandte Statistik International Centre for Higher Education Research