Deutschland bleibt weltweit gefragter Standort für Studium und Promotion
14.10.2026
"Wissenschaft weltoffen 2026" erschienen
Deutschlands Hochschulen sind für Studierende aus aller Welt weiterhin attraktiv – dies zeigt die heute veröffentlichte Ausgabe von Wissenschaft weltoffen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW). Im Wintersemester 2025/26 waren rund 426.200 internationale Studierende und Promovierende an Hochschulen in Deutschland eingeschrieben, etwa sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Über die Hälfte der internationalen Studierenden studiert zudem in sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Erstmals ist auch eine Analyse der nicht eingeschriebenen internationalen Promovierenden in Deutschland möglich.
Hannover, Bonn 14.10.2026. "Deutschlands Hochschulen haben international große Strahlkraft. Sie sind erfolgreich darin, internationale Studierende und Promovierende anzuwerben und tun dies insbesondere in den für Deutschland wichtigen MINT-Fächern. Zudem hat sich die Bundesrepublik als wichtigstes nicht englischsprachiges Gastland für internationale Studierende etabliert und liegt nach den USA, dem Vereinigten Königreich und Australien weltweit auf Rang 4. Die Zahl von rund 130.000 internationalen Erstsemestern erzeugt zudem einen großen volkswirtschaftlichen Mehrwert für unser Land, wie das Institut der deutschen Wirtschaft kürzlich zeigen konnte", sagt DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee.
Deutschland bei internationalen Studierenden beliebt – 56 Prozent studieren MINT-Fächer
Laut Wissenschaft weltoffen 2026 waren im Wintersemester 2025/26 rund 426.200 internationale Studierende und Promovierende an Hochschulen in Deutschland eingeschrieben. Die Zahl der internationalen Studienanfängerinnen und -anfänger hat ebenfalls mit etwa 130.000 erneut einen Höchststand erreicht.
Die wichtigste Herkunftsregion der internationalen Studierenden bleibt Asien und Pazifik mit einem Anteil von 34 Prozent, gefolgt von Nordafrika und Nahost (20 Prozent) und Westeuropa (14 Prozent). Indien war im vergangenen Wintersemester mit rund 69.000 Studierenden das wichtigste Herkunftsland, auf Platz zwei folgte China mit rund 39.000 Studierenden.
Die Hälfte der internationalen Studierenden, die einen Abschluss in Deutschland anstreben, ist in Masterstudiengängen eingeschrieben, weitere 37 Prozent in Bachelorstudiengängen. Die mit Abstand beliebteste Fächergruppe internationaler Studierender sind die Ingenieurwissenschaften (44 Prozent). Zusammen mit der Fächergruppe Mathematik und Naturwissenschaften (12 Prozent) ergibt sich ein MINT-Anteil von 56 Prozent. Zum Vergleich: Unter inländischen Studierenden liegt der MINT-Anteil bei 33 Prozent.
Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland
Im Jahr 2024 waren insgesamt über 86.700 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland beschäftigt: Rund 68.300 arbeiteten als wissenschaftliche und künstlerische Beschäftigte an deutschen Hochschulen, darunter 4.200 internationale Professorinnen und Professoren. An den vier größten außeruniversitären Forschungseinrichtungen waren im selben Jahr weitere rund 18.400 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tätig. Im weltweiten Vergleich liegt die Bundesrepublik als Gastland internationaler Forschender auf Rang 2, hinter den USA und vor dem Vereinigten Königreich.
Das internationale Wissenschaftspersonal stellt 16 Prozent des gesamten Wissenschaftspersonals an deutschen Hochschulen. An den vier größten außeruniversitären Forschungseinrichtungen liegt der Anteil des internationalen Wissenschaftspersonals mit durchschnittlich 32 Prozent doppelt so hoch. Die häufigsten Herkunftsländer internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschen Hochschulen sind Indien, China und Italien sowie bei den Professorinnen und Professoren Österreich, Italien, die Schweiz und die USA.
Detaillierte Auswertungen zu internationalen Promovierenden
Erstmals enthält Wissenschaft weltoffen eine detaillierte Auswertung zur Gesamtheit der internationalen Promovierenden in Deutschland, die auch nicht an Hochschulen eingeschriebene Doktorandinnen und Doktoranden umfasst. Grundlage ist die Promovierendenstatistik des Statistischen Bundesamtes, die mittlerweile eine Unterscheidung zwischen inländischen und internationalen Promovierenden zulässt. Die neue Zahl von etwa 50.700 internationalen Promovierenden im Jahr 2024 liegt deutlich über der bislang verfügbaren Zahl der eingeschriebenen internationalen Promovierenden von rund 32.000 aus der Studierendenstatistik des Statistischen Bundesamtes.
"Es ist erfreulich zu sehen, wie beliebt Deutschland nach wie vor als Promotionsstandort ist — insbesondere in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften, die nicht zuletzt für die deutsche Wirtschaft von großer Bedeutung sind", kommentiert Dr. Marcus Beiner, wissenschaftlicher Geschäftsführer des DZHW, die neuen Ergebnisse.
Studentische Auslandsmobilität: Rückgang gestoppt
Rund 137.200 deutsche Studierende waren 2023 an Hochschulen im Ausland eingeschrieben. Dies entspricht einem Anteil von gut fünf Prozent an allen deutschen Studierenden im In- und Ausland. Seit 2011 liegen die Zahl und der Anteil der deutschen Auslandsstudierenden weitgehend unverändert auf diesem Niveau.
Eine andere Entwicklung zeigt sich bei den kürzeren, studienbezogenen Auslandsaufenthalten im Rahmen eines Studiums. Hier war seit 2009 ein Rückgang zu beobachten: Bis 2021 sank der Anteil von Studierenden, die im Rahmen ihres Studiums einen oder mehrere studienbezogene Auslandsaufenthalte durchführten, von 32 auf 19 Prozent. Vorläufige Zahlen der landesweit repräsentativen "Studierendenbefragung in Deutschland" des DZHW zeigen nun, dass sich dieser Rückgang nicht weiter fortgesetzt hat: 2025 lag der Anteil auslandsmobiler Studierender demnach bei 20 Prozent.
Die Publikation ist zu finden unter:
https://www.wissenschaft-weltoffen.de/content/uploads/2026/10/WWO_2026_web.pdf
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