GWK einigt sich beim Hochschulpakt und der Qualitätsoffensive Lehrerbildung

12.4.2013

4,4 Milliarden Euro – so viel wollen Bund und Länder bis 2015 zusätzlich in den Hochschulpakt investieren, um ausreichend Studienplätze zur Verfügung zu stellen. Die Vorsitzende der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern, Doris Ahnen, sprach von einem wegweisenden Beschluss. Einigkeit wurde auch bei der Qualitätsoffensive Lehrerbildung erzielt. Ab 2014 stellt der Bund über zehn Jahre hinweg bis zu 500 Millionen Euro für innovative Konzepte zur Weiterentwicklung des Lehramtsstudiums zur Verfügung. Weitgehend ergebnislos verliefen hingegen die Beratungen zum BAföG.

Die Hochschulen erhielten damit ein klares Signal, die für den Ausbau der Studienangebote erforderlichen Schritte einzuleiten, heißt es in der Presseerklärung der GWK zur Einigung beim Hochschulpakt. GWK-Vorsitzende Ahnen zeigte sich nach intensiven Verhandlungen „erleichtert“ und sprach von einem „wegweisenden Beschluss“: „Spätestens im kommenden Wintersemester wären die bisherigen Mittel des Hochschulpakts ausgeschöpft gewesen. Nun können wir gemeinsam auch die jetzt noch anstehenden doppelten Abiturjahrgänge bewältigen, in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen und Hessen.“ Bund und Länder hätten gezeigt, dass sie im Sinne der Studierenden und der Hochschulen erfolgreich zusammenarbeiteten, so Ahnen weiter. Die GWK-Vorsitzende ist gleichzeitig Wissenschaftsministerin in Rheinland-Pfalz.

Von 2011 bis 2015 will die Bundesregierung dem Beschluss zufolge ihre Mittel für den Hochschulpakt um 2,2 Milliarden Euro auf mehr als sieben Milliarden Euro erhöhen. Den gleichen Betrag sollen auch die Länder für die zweite Paktphase zusätzlich bereitstellen, so dass insgesamt 4,4 Milliarden Euro mehr in den Aufbau von Studienplätzen investiert werden sollen als ursprünglich geplant.

Die Aufstockung des Hochschulpakts war nötig geworden, weil sich die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger deutlich dynamischer entwickelt hat, als zum Zeitpunkt der Konzeption des Hochschulpakts von allen Expertinnen und Experten erwartet worden war. Bereits in der ersten Paktphase von 2007-2010 wurden doppelt so viele zusätzliche Studienanfänger(innen) gezählt als prognostiziert. Für die zweite Paktphase von 2011-2015 war mit 270.000 zusätzlichen Studienanfänger(inne)n gerechnet worden; mittlerweile werden 630.000 erwartet.

Zur Ausfinanzierung der zweiten Förderphase will der Bund bis 2018 weitere 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Über die Ausgestaltung der dritten Förderphase ab 2016 wollen Bund und Länder von 2014 an beraten.

Darüber hinaus wurde vereinbart, die Transparenz sowohl über die bereits erbrachten Leistungen als auch über die nun eingegangenen Verpflichtungen zu verbessern. Im Vorfeld der Verhandlungen hatte insbesondere Ministerin Wanka darauf gedrungen, dass die Länder ihre Leistungen nachvollziehbarer als bislang darlegen.

Einig wurden sich Bund und Länder auch bei der Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Ab 2014 stellt der Bund über einen Zeitraum von zehn Jahren bis zu 500 Millionen Euro bereit, um die Länder und Hochschulen bei der Entwicklung innovativer Konzepte für das Lehramtsstudium und einer Verbesserung der Qualität der Lehrerausbildung zu unterstützen. Zur Bedingung hatte die Bundesregierung gemacht, dass die Länder im Vorfeld die Weichen für einen erleichterten Wechsel von Lehramtsstudierenden und -absolvent(inn)en von einem Bundesland in ein anderes stellen. Anfang März fassten die Kultusministerinnen und -minister der 16 Länder einen entsprechenden Beschluss (s. Hochschulnachricht vom 12.03.2013) und bereiteten damit den Weg für die Entscheidung in der GWK. Ahnen betonte, die Qualitätsoffensive solle den an den Hochschulen eingeschlagenen Weg einer Reformierung der Lehrerbildung unterstützen. „Mit der Qualitätsoffensive Lehrerbildung ermöglichen wir den Hochschulen, das Lehramtsstudium weiter zu modernisieren und zu einem ihrer profilbildenden Merkmale auszubauen. Das Lehramtsstudium muss einen zentralen Ort in der Universität erhalten. Der Wettbewerb wird innovative Konzepte hervorbringen und mit der Förderung zügig Wirkung erzielen; an möglichst vielen Hochschulen soll eine nachhaltige Qualitätsverbesserung in allen Phasen der Lehrerbildung erreicht werden“, erläuterte Wanka die angestrebte Breitenwirkung. Das Lehramtsstudium solle praxisnäher werden und künftigen Herausforderungen wie der Inklusion Rechnung tragen.

Weitgehend ergebnislos verliefen hingegen die Beratungen zu einer Reform des BAföG. Ein Arbeitskreis soll nun Vorschläge ausarbeiten. (tm)

Quelle: GWK

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