Neugruppierung von Studienfächern in der Hochschulstatistik beeinflusst die Ergebnisse des DZHW Universitätsvergleichs

10.7.2018

Im Jahr 2015 trat eine Revision der Fächersystematik innerhalb der Hochschulstatistik in Kraft. Dabei wurden einzelne Studienfächer in andere Gruppen einsortiert. Zeitreihen für die statistischen Vergleiche von verschiedenen Fächergruppen sind daher nur noch eingeschränkt möglich. Das DZHW orientiert sich in seinem alle zwei Jahre erscheinenden Ausstattungs-, Kosten- und Leistungsvergleich (AKL) an der Systematik des Statistischen Bundesamtes, daher ergeben sich in der aktuellen Ausgabe Auswirkungen auf die Ergebnisse.

Hannover, den 10.07.2018: Relevant für den AKL sind die Verschiebungen der Fächer Psychologie und Erziehungswissenschaften von den Geisteswissenschaften zu den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, sowie des Faches Informatik von der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften zu den Ingenieurwissenschaften.

So liegen zum Beispiel die jährlichen Lehrkosten je Bachelor-Studierenden für die Fächer Psychologie (3.940 Euro) und Erziehungswissenschaften (3.310 Euro) nun über dem Mittelwert ihrer neuen Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (3.170 Euro). Wären diese Fächer in ihrer bisherigen Fächergruppe Geisteswissenschaften geblieben, dann lägen sie hingegen unter dem Mittelwert dieser Gruppe (4.380 Euro).

Im Fach Informatik zeigt sich ein solcher Effekt nicht bei den Lehrkosten, sondern bei den Kosten und den Drittmitteln je Professor(in). Mit Lehrkosten je Bachelor-

Studierenden von 4.110 Euro liegt die Informatik unter dem Mittelwert sowohl der neuen als auch der bisherigen Fächergruppe (5.180 Euro bzw. 6.710 Euro). Je Professor(in) weist die Informatik sowohl niedrigere Kosten (653.500 Euro) als auch niedrigere Drittmittel (367.900) auf als die Mittelwerte ihrer neuen Fächergruppe Ingenieurwissenschaften. In ihrer bisherigen Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften wäre sie mit diesen Werten hingegen überdurchschnittlich.

Den am AKL beteiligten Universitäten und Wissenschaftsministerien stehen die Ergebnisse in noch größerer Detailtiefe zur Verfügung. Um die Ergebnisse im Zeitvergleich von den Effekten der veränderten Fächergruppenabgrenzung zu bereinigen, können sich alle Beteiligten die Ergebnisse früherer Jahre auf die aktuelle Abgrenzung umrechnen lassen. Daneben sind auch spezielle Datenzusammenstellungen möglich, die dem Fächerangebot einer einzelnen Hochschule entsprechen.

Das DZHW legt den Ausstattungs-, Kosten- und Leistungsvergleich (AKL) für Universitäten bereits zum zehnten Mal vor. An der Erhebung für das Jahr 2016 nahmen die 14 staatlichen Universitäten der Länder Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein teil. Ziel der seit Mitte der 1990er Jahre vom DZHW durchgeführten Ausstattungs-, Kosten- und Leistungsvergleiche (AKL) ist es, eine valide und hochschul- sowie länderübergreifend vergleichbare Datenbasis zu den Leistungen und Kostenstrukturen der einbezogenen Hochschulen unter Abbildung individueller Hochschulstrukturen bereitzustellen. Das DZHW arbeitet hierzu eng mit den beteiligen Universitäten zusammen.

Projektbeschreibung des AKL auf der DZHW Website

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