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Diskriminierungserfahrungen stehen im Zusammenhang mit Studienerfolgserwartungen von Studentinnen

26.8.2026

Studentinnen berichten häufiger von Diskriminierung als Studenten und schätzen ihre Aussichten auf einen erfolgreichen Studienabschluss geringer ein. Eine neue Studie im Journal Research in Higher Education zeigt: Insbesondere subtile beziehungsweise relationale Formen der Diskriminierung – etwa soziale Ausgrenzung oder die Herabsetzung von Leistungen – gehen mit geringeren Studienerfolgserwartungen von Studentinnen einher. Überraschend ist, dass dieser Zusammenhang vor allem in frauendominierten Studienfächern sichtbar wird.

Hannover, 26.08.2026. Studentinnen berichten häufiger von Diskriminierungserfahrungen als Studenten. Besonders groß ist der Unterschied in männerdominierten Studienfächern: Dort berichten rund 49 Prozent der Studentinnen von relationaler und 29 Prozent von offener Diskriminierung.

Als relationale beziehungsweise subtile Diskriminierung erfasst die Studie weniger offensichtliche Erfahrungen, etwa die Herabsetzung von Leistungen oder sozialen Ausschluss. Offene Diskriminierung umfasst unter anderem Beleidigungen sowie sexuelle oder körperliche Übergriffe.

Während sich die Forschung zu Diskriminierung an Hochschulen bislang häufig auf offene Formen konzentriert, ist über die Bedeutung subtilerer Formen weniger bekannt. Die Studie nimmt deshalb beide Formen in den Blick.

Diskriminierung steht mit geringeren Erfolgserwartungen in Zusammenhang

Studentinnen schätzen ihre Wahrscheinlichkeit, das Studium erfolgreich abzuschließen, im Durchschnitt geringer ein als Studenten. Auch unter Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren beträgt der Unterschied rund fünf Prozentpunkte.

Solche Erfolgserwartungen sind bedeutsam, weil sie mit dem tatsächlichen Studienerfolg und dem Verbleib im Studienfach zusammenhängen. Die Studie zeigt, dass Unterschiede in den berichteten Diskriminierungserfahrungen statistisch rund 8,4 Prozent des Geschlechterunterschieds bei den Er folgserwartungen erklären.

Dabei spielt insbesondere relationale Diskriminierung eine Rolle: Studentinnen, die von solchen Erfahrungen berichten, haben geringere Erfolgserwartungen. Für offene Diskriminierung zeigt sich dagegen kein vergleichbarer statistisch signifikanter Zusammenhang.

Überraschender Befund: Zusammenhang vor allem in frauendominierten Fächern

Ein überraschender Befund ergibt sich beim Vergleich unterschiedlich zusammengesetzter Studienfächer. Obwohl Studentinnen in männerdominierten Fächern besonders häufig von Diskriminierung berichten, zeigt sich der Zusammenhang zwischen relationaler Diskriminierung und geringeren Erfolgserwartungen vor allem in frauendominierten Fächern.

Die ursprüngliche Annahme, dass sich Diskriminierung gerade in männerdominierten Fächern besonders stark auf die Erfolgserwartungen auswirkt, bestätigt sich damit nicht.

Die Autorinnen diskutieren als mögliche Erklärung, dass Erfahrungen wie soziale Ausgrenzung oder Herabwürdigung in einem Umfeld, von dem Studentinnen eher Unterstützung und Zugehörigkeit erwarten, besonders unerwartet sein könnten. Frauen in männerdominierten Fächern könnten dagegen stärker auf mögliche Barrieren vorbereitet sein oder über spezifische Bewältigungsstrategien verfügen. Diese Erklärungen wurden in der Studie allerdings nicht direkt untersucht.

Den Blick über Männerdomänen hinaus richten

Für Hochschulpraxis und Forschung legen die Ergebnisse nahe, Diskriminierung umfassender in den Blick zu nehmen. Neben offenen Formen sollten auch subtilere Diskriminierungserfahrungen berücksichtigt werden. Ebenso lohnt es sich, Unterschiede zwischen Studienfächern stärker zu beachten.

Zur Studie

Die Studie untersucht, inwieweit relationale und offene Diskriminierungserfahrungen statistisch zum Geschlechterunterschied bei den Studienerfolgserwartungen beitragen und ob sich diese Zusammenhänge je nach Geschlechterzusammensetzung des Studienfachs unterscheiden. Grundlage ist die Studierendenbefragung in Deutschland 2021, an der insgesamt rund 188.000 Studierende an 250 Hochschulen teilnahmen. Die Fragen zu Diskriminierungserfahrungen wurden einem Teil der Befragten vorgelegt. Nach Stichprobenauswahl und Datenbereinigung umfasst die vorliegende Analyse 9.512 Studierende, darunter 5.825 Frauen.

Die Publikation finden Sie hier:

Stefani, A., & Schiffer-Fiedler, I. (2026). Women’s Experiences of Discrimination and Their Success Expectations in Higher Education: Evidence from Gendered Fields of Study. Research in Higher Education, 67(51). https://doi.org/10.1007/s11162-026-09923-4

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