FuE-Frühindikator: Unternehmen weniger optimistisch als im Vorjahr

6.8.2013

Die deutschen Unternehmen wollen ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) auch 2013 weiter steigern. Der Aufwärtstrend hat sich allerdings erneut abgeschwächt. Seit 2010 ist der FuE-Frühindikator, den die Wissenschaftsstatistik des Stifterverbands jährlich errechnet, von 0,44 auf 0,2 gesunken. 58 % der befragten Unternehmen wollen ihre FuE-Ausgaben 2013 erhöhen; gut ein Drittel plant, die Ausgaben zu reduzieren. Der Rest rechnet mit gleichbleibenden FuE-Aufwendungen.

Der FuE-Frühindikator beruht auf den Einschätzungen von 937 Unternehmen, die der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft im zweiten Quartal 2013 nach der voraussichtlichen Entwicklung ihrer FuE-Ausgaben im laufenden Jahr befragt hat. 58 % der Unternehmen gaben an, ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung 2013 im Vergleich zum Vorjahr steigern zu wollen. Dieser Wert ist im Vergleich zu 2012 deutlich zurückgegangen, als noch mehr als 70 % der Unternehmen mit steigenden FuE-Aufwendungen rechneten. Rund ein Drittel der Unternehmen plant, die Ausgaben für FuE im Vergleich zum Vorjahr zu reduzieren; der Rest geht von gleichbleibenden FuE-Aufwendungen aus.

„Der Aufwärtstrend, der seit der Überwindung der Wirtschafts- und Finanzkrise des Jahres 2009 zu beobachten ist, wird also weiter fortgesetzt“, heißt es beim Stifterverband. Der aus den Angaben der Unternehmen errechnete FuE-Frühindikator nimmt mit 0,2 auch in diesem Jahr einen positiven Wert an. Allerdings ist der Indikatorwert bereits das dritte Jahr in Folge rückläufig: Lag er 2010 noch bei 0,44 und 2011 bei 0,42, so sank er 2012 bereits auf 0,25 und nahm nun erneut auf 0,2 ab.

Die Unternehmen seien vorsichtiger geworden, was Prognosen angehe, vermutet Erhebungsleiter Andreas Kladroba. „Möglicherweise haben die Unternehmen Angst, eine falsche Euphorie zu schüren.“

Im Branchenvergleich zeigen sich die Chemie und die Pharmabranche besonders optimistisch. 65 % bis 70 % der Unternehmen gehen hier von höheren FuE-Investitionen aus als im Vorjahr. Gleichzeitig rechnet in der Chemie nur ein Sechstel der Unternehmen mit einem Rückgang der Aufwendungen. Die Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik und KfZ-Bau liegen beim Anteil der Unternehmen, die ihre FuE-Ausgaben erhöhen wollen, im Durchschnitt. Eher zurückhaltend äußern sich die Informations- und Kommunikationstechnologie und die Dienstleistungsunternehmen, die in den letzten Jahren Treiber der FuE-Entwicklung waren. Weniger als die Hälfte der Unternehmen geht hier von steigenden FuE-Aufwendungen aus.

Der FuE-Frühindikator ist eine Momentaufnahme. Um die tatsächliche Entwicklung der FuE-Aufwendungen der deutschen Wirtschaft für das Jahr 2013 zu erfassen, führt der Stifterverband im kommenden Jahr eine FuE-Erhebung durch. (tm)

Quelle: Stifterverband

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