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Das Bandbreitenmodell im Rahmen des Kapazitätsrechts: Grundlagen und Anwendungsszenarien (BaRKa)

Projektbeginn: 01.10.2024 - Projektende: 31.12.2025

Das erste Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts zum Numerus clausus (BVerfGE 33, 303ff.) forderte eine erschöpfende Nutzung der vorhandenen Ausbildungskapazitäten und eine vergleichbare Auslastung der Hochschulen. In der Folge schlossen die Bundesländer 1972 den ersten Staatsvertrag über die Vergabe von Studienplätzen. Dies war zugleich die Geburtsstunde des Kapazitätsrechts als Grundlage für die Berechnung der von den staatlichen Hochschulen vorzuhaltenden Studienplätze bildet. Im Kern werden dabei die jährlichen Zulassungszahlen auf der Basis von personalabhängiger Lehrkapazität und von Curricularnormwerten (CNW), die den rechnerischen Lehraufwand für die ordnungsgemäße Ausbildung einer Studierenden oder eines Studierenden in einem Studienfach beziffern, berechnet.

Auf der einen Seite bietet das Kapazitätsrecht damit seit gut 50 Jahren ein verlässliches Planungs- und Steuerungsinstrument mit Blick auf die Ausstattung von Studiengängen und die Allokation von Ressourcen. Auf der anderen Seite gibt es eine anhaltende Kritik am hohen Aufwand der Berechnungen und zugrunde liegenden Eingangsgrößen. Ein weiteres Argument lautet, in Zeiten erweiterter Hochschulautonomie lege das Kapazitätsrecht den Hochschulen unnötige bürokratische Fesseln an, die die Profilierung und Studienqualitätsentwicklung erschwerten.

Vor diesen Hintergründen waren die zentralen Ziele des Projekts, einen Überblick über die Gestaltung, Anwendung und Wirkung des Kapazitätsrechts im Allgemeinen und von Bandbreitenmodellen statt fester CNW im Besonderen zu geben. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten in ihrer Verbindung zu anderen Themenfeldern, insbesondere der Hochschulfinanzierung und Studienqualitätsentwicklung, reflektiert werden und auf dieser Basis Impulse für die weitere Entwicklung des Kapazitätsrechts auf der Ebene der Länder und der Hochschulen diskutiert werden.

Hierzu wurde der rechtliche Rahmen (Hochschulzulassungsgesetze, Kapazitätsverordnungen, Lehrverpflichtungsverordnungen) ländervergleichend aufbereitet. Sodann wurden über 40 leitfadengestützte Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaftsministerien der Länder, Personen aus Hochschulen, die entweder unmittelbar mit den Kapazitätsberechnungen befasst waren oder der Hochschulleitung angehörten, und Expertinnen und Experten der Verwaltungsgerichtsbarkeit geführt. Außerdem wurden auf der Basis zur Verfügung gestellter Daten der Gesprächspartnerinnen und -partner Vergleiche zu Curricularwerten in verschiedenen Ländern und Fächergruppen angestellt. .

Zur gemeinsamen Wissenserarbeitung und zur Erleichterung des Transfers waren Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaftsministerien und Hochschulen kontinuierlich in das Projekt eingebunden. Zu Beginn nahmen über 20 Personen aus sieben Bundesländern an einem Workshop teil, der das weitere Vorgehen im Projekt mitgestaltete, dann gab es vielfältige Kontakte in der Interviewphase und bei Vorträgen aus dem Projekt, und im November kamen 50 Expertinnen und Experten zum Thema zu einer Abschlussveranstaltung in Hannover zusammen, wo Ergebnisse aus dem Projekt vorgestellt, diskutiert und dadurch auch validiert wurden.

Ein aktueller Überblick zur Handhabung des Kapazitätsrechts in Deutschland in den einzelnen Bundesländern sowie eine Analyse von Beispielen zur Ausgestaltung und Nutzung innerhalb von Hochschulen werden im Nachgang veröffentlicht.

Das Projekt wurde vom 01.10.2024 bis 30.09.2025 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert (FKZ 16RBM1020).

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Vorträge

Entwicklung des Kapazitätsrechts in einem sich wandelnden Hochschulsystem.

In der Smitten, S. (2025, November). Entwicklung des Kapazitätsrechts in einem sich wandelnden Hochschulsystem. Vortrag auf der Tagung Das Kapazitätsrechts in Deutschland: Ausgestaltung, Umsetzungen und Entwicklungsperspektiven, DZHW, Hannover.
Abstract

Ein kurzer Überblick über die Entwicklung des Kapazitätsrechts von der Hochschulzulassung in der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

Ländermodelle der Umsetzung und Ausgestaltung des Kapazitätsrechts.

In der Smitten, S., & Dölle, F. (2025, November). Ländermodelle der Umsetzung und Ausgestaltung des Kapazitätsrechts. Vortrag auf der Tagung Das Kapazitätsrecht in Deutschland: Ausgestaltung, Umsetzungen und Entwicklungsperspektiven, DZHW, Hannover.
Abstract

Auf der Basis von Dokumentenanalysen und über 40 Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaftsministerien der Länder, Hochschulen und dem Bereich der Verwaltungsgerichtsbarkeit werden verschiedene Typen von Kapazitätsrechtsmodellen unterschieden und insbesondere die Handhabung in den Ministerien beschrieben.

Die Rolle des Kapazitätsrechts in der internen Hochschulsteuerung.

In der Smitten, S. (2025, November). Die Rolle des Kapazitätsrechts in der internen Hochschulsteuerung. Vortrag auf der Tagung Das Kapazitätsrecht in Deutschland: Ausgestaltung, Umsetzungen und Entwicklungsperspektiven, DZHW, Hannover.
Abstract

Auf der Basis von 22 Interviews mit Personen, die auf der operativen oder der Hochschulleitungsebene mit Kapazitätsberechnungen an Hochschulen befasst sind, zeigt der Vortrag die Aufgabenvielfalt von Kapazitätsbeauftragten auf, unterscheidet verschiedene Typen und skizziert, wie die Ergebnisse von Kapazitätsberechnungen zur internen Hochschulsteuerung genutzt werden können.

Entwicklungen und Unterschiede von CNW und Bandbreiten: Einflüsse darauf und Umgang damit.

Jenkner, P. (2025, November). Entwicklungen und Unterschiede von CNW und Bandbreiten: Einflüsse darauf und Umgang damit. Vortrag auf der Tagung Das Kapazitätsrecht in Deutschland: Ausgestaltung, Umsetzungen und Entwicklungsperspektiven, DZHW, Hannover.

Das Bandbreitenmodell im Rahmen des Kapazitätsrechts: Grundlagen und Anwendungsszenarien (BaRKa).

In der Smitten, S. (2025, Oktober). Das Bandbreitenmodell im Rahmen des Kapazitätsrechts: Grundlagen und Anwendungsszenarien (BaRKa). Vortrag im Rahmen des Netzwerktreffens der Universitätsallianz (UA) 11+, Kassel.

Das Bandbreitenmodell im Rahmen des Kapazitätsrechts: Grundlagen und Anwendungsszenarien (BaRKa). Präsentation des Projektstands und erster Ergebnisse.

In der Smitten, S. (2025, September). Das Bandbreitenmodell im Rahmen des Kapazitätsrechts: Grundlagen und Anwendungsszenarien (BaRKa). Präsentation des Projektstands und erster Ergebnisse. Vortrag im Digitaler Lunchtalk "Wissenschafts- und Hochschulforschung", BMFTR.

Das Bandbreitenmodell im Rahmen des Kapazitätsrechts: Grundlagen und Anwendungsszenarien (BaRKa). Präsentation des Projektstands und erster Ergebnisse vor der Arbeitsgruppe „Evaluation des Zukunftsvertrags Studium und Lehre stärken“.

In der Smitten, S., & Dölle, F. (2025, Juni). Das Bandbreitenmodell im Rahmen des Kapazitätsrechts: Grundlagen und Anwendungsszenarien (BaRKa). Präsentation des Projektstands und erster Ergebnisse vor der Arbeitsgruppe „Evaluation des Zukunftsvertrags Studium und Lehre stärken“. Vortrag im Rahmen der Sitzung der Arbeitsgruppe „Evaluation des Zukunftsvertrags Studium und Lehre stärken“ des Wissenschaftsrats.
Abstract

Der Vortrag geht auf den Arbeitsstand und die ersten Ergebnisse aus dem BaRKa-Projekt ein. Es kann eine große Vielfalt der Kapazitätsmodelle in den deutschen Ländern gezeigt werden. Mit Blick auf den ZSL wird das Ziel des Kapazitätserhalts flächendeckend angestrebt und Teile der Hochschulfinanzierung, folgen den studierendenbezogenen Parametern des ZSL. Die angestrebte Dauerhaftigkeit geht mit weniger Flexibilität im Personaleinsatz einher, und angekündigte Sparmaßnahmen gefährden die finanzielle Planbarkeit. Auch ergibt sich kein einheitliches Bild, inwiefern durch ZSL-Mittel kapazitätsneutrales Personal beschäftigt werden kann und sich die Studienqualität erhöht.

Curricularwert-Bandbreiten im Ländervergleich: Beobachtungen aus der Perspektive von Hochschulplanung und -steuerung.

Dölle, F. (2024, Oktober). Curricularwert-Bandbreiten im Ländervergleich: Beobachtungen aus der Perspektive von Hochschulplanung und -steuerung. Vortrag im Rahmen der Informationsveranstaltung zur Einführung von Curricularwert-Bandbreiten für Bachelor- und Master-Studiengänge in Hessen , Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Wiesbaden.
Tagungen

Das Kapazitätsrecht in Deutschland: Ausgestaltung, Umsetzungen und Entwicklungsperspektiven.

In der Smitten, S., Dölle, F., & Jenkner, P. (2025, November). Das Kapazitätsrecht in Deutschland: Ausgestaltung, Umsetzungen und Entwicklungsperspektiven.Abschlussveranstaltung zum Projekt „Das Bandbreitenmodell im Rahmen des Kapazitätsrechts (BaRKa)“ am 21. November 2025, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), Akademie des Sports Hannover.
Abstract

Rund 50 Expert*innen und Interessierte kamen in Hannover zusammen, um Ergebnisse aus dem Projekt "Das Bandbreitenmodell im Rahmen des Kapazitätsrechts: Grundlagen und Anwendungsszenarien (BaRKa)" zu erfahren und sie gemeinsam zu validieren. Im Einzelnen betrachteten die Beteiligten die verschiedenen Umsetzungsweisen des Kapazitätsrechts in den deutschen Bundesländern und an den Hochschulen und die Entwicklung von Curricularnormwerten. Außerdem wurden Notwendigkeiten und Möglichkeiten künftiger Reformen diskutiert.

Expert*innen-Workshop Kapazitätsrecht.

In der Smitten, S., & Dölle, F. (2025). Expert*innen-Workshop Kapazitätsrecht, DZHW, Hannover.

Ansprechperson

Susanne In der Smitten
Dr. Susanne In der Smitten 0511 450670-350

Projektmitarbeit

Frank Dölle Peter Jenkner

Gefördert durch

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt