Länderanalysen im Rahmen der Evaluation des Hochschulpakts durch den Wissenschaftsrat

Projektbeginn: 15.11.2022 - Projektende: 30.09.2023

Bund und Länder haben im Jahr 2007 den Hochschulpakt 2020 beschlossen, um in Zeiten hoher Studiennachfrage für alle Studierwilligen die erforderlichen Kapazitäten an den Hochschulen zu schaffen und abzusichern. Hierzu haben der Bund und die Länder während der Programmlaufzeit des Hochschulpakts von 2007 bis 2020 Mittel in Höhe von rund 34 Mrd. Euro aufgebracht und für die Ausfinanzierung in den Jahren 2021 bis 2023 mindestens 4,5 Mrd. Euro bereitgestellt.

Im Dezember 2021 hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) den Wissenschaftsrat mit einer Ex-Post-Evaluation des Hochschulpakts 2020 beauftragt. Die Evaluation soll eine Bewertung der Zielerreichung, der Wirkung und der Wirtschaftlichkeit des Förderprogramms einschließen. Ziele der Evaluation sind eine Darstellung der Auswirkungen des Hochschulpakts 2020 auf das deutsche Hochschulsystem, Empfehlungen für künftige Bund-Länder-Programme und die Generierung von hochschulpolitischem Handlungswissen für Bund und Länder im Rahmen der jeweiligen verfassungsmäßigen Kompetenzen. Dabei soll auch betrachtet werden, welche Steuerungseffekte von der Zusammenarbeit von Bund und Ländern einerseits, die Zusammenarbeit von Ländern und Hochschulen andererseits im Rahmen des Hochschulpakts 2020 erzielt wurden.

In diesem Kontext erstellt das DZHW für den Wissenschaftsrat Länderanalysen, die in die Evaluation des Hochschulpakts 2020 eingehen sollen. Die methodische Basis bilden umfangreiche Dokumentenanalysen, für die einerseits die jährlichen GWK-Berichte zur Umsetzung des Hochschulpakts berücksichtigen und andererseits Unterlagen, die von den einzelnen Ländern als relevant bereitgestellt wurden, insbesondere vertragsförmige Vereinbarungen mit den Hochschulen (z.B. Rahmen-, Ziel- und Sondervereinbarungen), Informationen über zusätzliche Landesprogramme und Ergebnisse von Analysen und Evaluationen in den Ländern.

Leitende Fragestellung für die Auswertung sind, wie mit Prognosen zur Entwicklung der Zahl von Studienanfängerinnen und -anfängern umgegangen wurde, welche Maßnahmen ergriffen wurden, welche intendierten und nicht-intendierten Wirkungen beobachtet wurden, ob Zielkonflikte und Schwierigkeiten auftraten und wie diese gehandhabt wurden, wie die Zielerreichung beurteilt wird und ob verschiedene Ländertypen herausgearbeitet werden können, etwa mit Blick darauf, wie die Gelder weitergereicht, verausgabt und die Mittelflüsse ggf. kontrolliert wurden.

Dabei wird in einem ersten Schritt auf der Basis der GWK-Berichte ein Analyseraster erstellt, das dann mit Informationen aus diesen Berichten und den Ländermaterialien gefüllt wird. Im Ergebnis sollen Dossiers zu den einzelnen Ländern sowie vergleichende Analysen erstellt und an den Wissenschaftsrat übergeben werden.

Ansprechperson

Susanne In der Smitten
Dr. Susanne In der Smitten

Projektmitarbeit

Frank Dölle