Internationalisierung in der digitalen Transformation: Strategien der deutschen Hochschulen (INDISTRA)

Projektbeginn: 01.12.2021 - Projektende: 30.11.2024

Die Digitalisierung treibt eine tiefgreifende Veränderung von Strukturen und Prozessen innerhalb der Hochschulen voran. Dies eröffnet zugleich Handlungsspielräume für die Hochschulen. Durch die Digitalisierung lassen sich nicht nur Effizienz- und Qualitätssteigerungen bestehender Prozesse erreichen; zentrale Themen wie Studienorganisation, Hochschullehre und die Administration von Studierenden- und Wissenschaftler*innenmobilität können grundsätzlich neu gedacht werden. Diese veränderten Anforderungen und die entsprechenden Strukturanpassungen tangieren auch den Bereich der Internationalisierung der Hochschulen. Vor den durch die Corona-Pandemie initiierten Umbrüchen wurden die Chancen der Digitalisierung für die Internationalisierung im Hochschulbereich nur relativ zurückhaltend genutzt. Weitestgehend unerforscht ist derzeit, wie die durch die Pandemie massiv verstärkte Digitalisierung die Internationalisierungsstrategien der staatlichen deutschen Hochschulen beeinflusst hat und beeinflussen wird.

Die Frage, in welcher Weise Internationalisierung vor diesem Hintergrund von den Hochschulen als digital unterstützte Entwicklungschance begriffen und gehandhabt wird und welche Ziele, Chancen und Risiken die Hochschulen dabei mit der Digitalisierung verknüpfen, steht im Mittelpunkt der Forschungsagenda dieses Projekts. Erkenntnisziel des Vorhabens ist es, die strategische Perspektive der Hochschulen und ihrer für die Internationalisierung zuständigen Organe und Organisationseinheiten (Vizepräsidien/Prorektorate; International Offices, akademische Auslandsämter, dezentrale Einrichtungen) herauszuarbeiten.

Das Projekt lässt sich dabei von den folgenden Forschungsfragen leiten:

  • Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Internationalisierungsstrategien der deutschen Hochschulen und ihre Umsetzung in Lehre und Studium aus?
  • Welche Effekte hat die Digitalisierung auf die administrative Dimension der Internationalisierungsstrategie, also die Planung und Umsetzung digitaler Unterstützungsprozesse?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich durch die Digitalisierung der Internationalisierung für die Entscheidungs- und Kooperationsprozesse in den Hochschulen?
  • Wie schätzen die Befragten die aktuelle und zukünftige Entwicklung der Digitalisierungsstrategie im Bereich der Internationalisierung ein?

Zur Beantwortung dieser Fragen wählt die Studie einen qualitativen Mixed-Methods-Ansatz, der eine Diskursanalyse einschlägiger Policy-Dokumente, Expert*inneninterviews mit Verantwortlichen für die Entwicklung und Umsetzung der Internationalisierungsstrategien sowie Gruppeninterviews mit Vertreter*innen ausländischer Kooperationshochschulen und Lehrenden umfasst.

Im Hinblick auf die Zielsetzungen des Projekts wird mit der Fokussierung auf die Strategien der Hochschulen zur Integration digitaler Möglichkeiten in ihre Internationalisierungsstrategien zur Schließung einer bestehenden Forschungslücke beigetragen. Zudem können aus den Ergebnissen Schlussfolgerungen abgeleitet werden, die für die weitere Ausgestaltung von politischen, förderpolitischen und hochschulischen Strategien der Nutzung digitaler Instrumente im Bereich des internationalen Austauschs an den Hochschulen relevant sind.

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Publikationen

The ‘Global South’ in the transnational student mobility network. Effects of institutional instability, reputation of the higher education systems, post-colonial ties, and culture.

Vögtle, E. M., & Windzio, M. (2022). The ‘Global South’ in the transnational student mobility network. Effects of institutional instability, reputation of the higher education systems, post-colonial ties, and culture. Globalisation, Societies and Education (online first). https://doi.org/10.1080/14767724.2022.2047900
Abstract

Dieser Artikel nimmt eine globale Perspektive ein und analysiert wie staatliche Institutionen die Position eines Landes im globalen Netzwerk der transnationalen Studentenmobilität bestimmen. Um die Muster der transnationalen Studentenmobilität zu untersuchen, wird eine Längsschnittanalyse sozialer Netzwerke durchgeführt, und wird stellen fest, dass fragile Institutionen als Push-Faktor wirken, indem sie die Mobilität von Studenten ins Ausland erhöhen. Die Reputation eines Hochschulsystems beeinflusst die Attraktivität eines Studienziel aus zudem ist, insbesondere für Länder des globalen Südens, kulturelle Ähnlichkeit wichtig für die Intensität und Richtung des Austauschs innerhalb des globalen Netzwerks.

Vorträge

International Academic Partnerships (IAP) and the impact of digitalization in the establishment of joint programs between German and Brazilian institutions of higher education.

Ferreira Santos, L. (2022, September). International Academic Partnerships (IAP) and the impact of digitalization in the establishment of joint programs between German and Brazilian institutions of higher education. Vortrag auf dem Seminar 7th HERSS Summer School "Transformation of Higher Education", zhb Center for Higher Education, TU Dortmund, Dortmund.
Abstract

In the field of internationalization of higher education, the establishment of joint programs is described as 'particularly problematic', due to the strong coordination efforts required. Yet, in a context of growing internationalization and digitalization, the online delivery of such programs is 'not only possible but desirable' (Joughin et al., 2022, p.829). At the HERSS Summer School, I discussed the prospects of investigating the setting up and implementation of digitally assisted-joint programs between German and Brazilian universities as the thematic focus of my Ph.D. research.

Science Diplomacy - Quo Vadis? Konsequenzen geopolitischer Konflikte für (multilaterale) Wissenschaftsmobilität.

Blümel, C., & Vögtle, E. M. (2022, September). Workshop Science Diplomacy - Quo Vadis? Konsequenzen geopolitischer Konflikte für (multilaterale) Wissenschaftsmobilität auf dem Workshop Science Diplomacy - Quo Vadis? Konsequenzen geopolitischer Konflikte für (multilaterale) Wissenschaftsmobilität, DZHW, Berlin, Deutschland.
Abstract

Der Krieg in der Ukraine hat nicht nur in militärischer Hinsicht eine "Zeitenwende" eingeleitet. Auch für die wissenschaftliche Mobilität und transnationale wissenschaftliche Kooperationen hat dieser Konflikt weitreichende Auswirkungen - sowohl für Strategien und Konzepte in der internationalen Forschungs- und Wissenschaftspolitik als auch für die Forschung zu wissenschaftlichem Austausch und multilateralen Kooperationen zwischen Hochschulen. In einem gemeinsamen Workshop mit Vertreter*innen von Organisationen des Wissenschaftsaustauschs, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Auswärtigen Amts, Parlamentarier*innen und Wissenschaftler*innen diskutieren wir über diese Konsequenzen für Wissenschaft und Politik.

Governance von Hochschulen, Definition, Modelle und aktuelle Entwicklungen.

Vögtle, E. (2022, August). Governance von Hochschulen, Definition, Modelle und aktuelle Entwicklungen. Impulsvortrag im Rahmen des fzs Summercamp zum Thema Demokratie an der Hochschule, Freier Zusammenschluss von Student*innenschaften (fzs) e.V, Garrel-Petersfeld, Deutschland.
Abstract

Die Governance von Hochschule und Wissenschaft, verstanden als Koordinations-und Entscheidungsmechanismen, steht vor der Herausforderung, zunehmend auch gesellschaftliche Werte zu berücksichtigen. Gesellschaftliche Werte wie z.B. Gerechtigkeit, Gleichstellung oder Nachhaltigkeit werden von vielfältigen Stakeholdern an Hochschulen und Forschungseinrichtungen herangetragen. Das führt dazu, dass wissenschaftsexterne Wertorientierungen über die Art und Weise der Steuerungsprozesse Eingang in Bewertungsprozesse und sogar in die Gestaltung wissenschaftlicher Agenden finden. Aktuelle Ansätze sehen Hochschulen als Prototyp evolutionärer Organisationen aus sich selbst steuernden Teams, die responsiv gegenüber gesellschaftlichen Werten sind.

The INDISTRA project in the light of the new geopolitics of higher education.

Ferreira Santos, L. (2022, Juni). The INDISTRA project in the light of the new geopolitics of higher education. Vortrag im Rahmen des Workshops by Katja Brøgger, Associate Professor, Danish School of Education, auf dem Seminar The New Geopolitics of Higher Education, Aarhus University, Denmark.
Abstract

Das Aufleben von Antiglobalisierungsbewegungen hat enorme Auswirkungen sowohl auf Gesellschaften als auch auf Hochschulen (Brøgger, 2021; Brooks, 2022; Habib, 2022; van der Vende, 2021). Da die Zukunft der Internalisierung der Hochschulbildung stark von der Art und Weise abhängt, wie sich grenzüberschreitender Austausch entwickeln wird (Lee, 2021), zielte die Teilnahme am Kurs The New Geopolitics of Higher Education darauf ab, die Forschungsfragen, die das INDISTRA-Projekt leiten, im Lichte der aktuellen geopolitischen Debatten zu reflektieren; insbesondere wie das Aufkommen von Neonationalismen neue Diskurse und Praktiken in der Hochschulbildung prägt.

Tagungen

Science Diplomacy - Quo Vadis? Konsequenzen geopolitischer Konflikte für (multilaterale) Wissenschaftsmobilität.

Blümel, C., & Vögtle, E. M. (2022, September). Workshop Science Diplomacy - Quo Vadis? Konsequenzen geopolitischer Konflikte für (multilaterale) Wissenschaftsmobilität auf dem Workshop Science Diplomacy - Quo Vadis? Konsequenzen geopolitischer Konflikte für (multilaterale) Wissenschaftsmobilität, DZHW, Berlin, Deutschland.
Abstract

Der Krieg in der Ukraine hat nicht nur in militärischer Hinsicht eine "Zeitenwende" eingeleitet. Auch für die wissenschaftliche Mobilität und transnationale wissenschaftliche Kooperationen hat dieser Konflikt weitreichende Auswirkungen - sowohl für Strategien und Konzepte in der internationalen Forschungs- und Wissenschaftspolitik als auch für die Forschung zu wissenschaftlichem Austausch und multilateralen Kooperationen zwischen Hochschulen. In einem gemeinsamen Workshop mit Vertreter*innen von Organisationen des Wissenschaftsaustauschs, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Auswärtigen Amts, Parlamentarier*innen und Wissenschaftler*innen diskutieren wir über diese Konsequenzen für Wissenschaft und Politik.

Ansprechperson

Eva Maria Vögtle
Dr. Eva Maria Vögtle 0511 450670-359

Projektmitarbeit

Luzia Ferreira Santos

Gefördert von

Auswärtiges Amt

Kooperationspartner

Deutscher Akademischer Austausch Dienst