Phoenix - Autorschaft im Wandel

Verbundprojekt

Projektbeginn: 01.11.2019 - Projektende: 31.10.2022

Verbundleitung: Dr. Cornelia Schendzielorz

TEILPROJEKT A: Theorie und Praxis wissenschaftlicher Autorschaft (DZHW Berlin – Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik)
Projektleitung: Dr. Cornelia Schendzielorz,
Projektmitarbeit: Dr. Felicitas Hesselmann, Marcel Knöchelmann

TEILPROJEKT B: Inflationäre Autorschaft (Temir - Text Mining and Retrieval Group, Universität Leipzig)
Projektleitung: Jun.-Prof. Dr. Martin Potthast, https://temir.org/people.html#potthast,
Projektmitarbeit: Lukas Gienapp, Wolfgang Kircheis

TEILPROJEKT C: Stilistische Spuren von Autorschaft (Webis - Web Technology & Information Systems Group, Bauhaus-Universität Weimar)
Projektleitung: Prof. Dr. Benno Stein, https://www.uni-weimar.de/en/media/chairs/computer-science-department/webis/people/#stein

Das Verbundprojekt befasst sich mit der Theorie und Praxis der wissenschaftlichen Autorschaft im 21. Jahrhundert. Die Vorstellungen von Autorschaft unterliegen einem tiefgreifenden Wandel, besonders mit Blick auf veränderte Forschungskonstellationen und Kooperationsverhältnisse in der Wissenschaft, welche die Verhältnisse der Wissensproduktion bedingen. Dieser Wandel zeigt sich beispielsweise in der disziplinübergreifenden Zunahme von Koautorschaft und von Massenkollaborationen, wenn bspw. in der Gravitationswellen-Physik über 1000 Personen als Autoren auf einem Artikel aufgeführt werden. Zusammen mit der zunehmenden Ausdifferenzierung der Arbeitsteilung in material- und technologieintensiven Forschungsfeldern wie beispielsweise den Life Sciences entwickelt sich daraus aktuell eine Debatte darüber, wie die verschiedenen Tätigkeiten der Beteiligten in den Publikationen angemessen gewürdigt werden können.

Neben der Autorschaft werden hier auch von Seiten der Fachzeitschriften, Verlage und Publikationsplattformen „Contributions“-Klassifikationen erprobt, die den spezifischen Beitrag zum Paper ausweisen sollen oder aber mit der namentlichen Nennung in der Danksagung bzw. den Acknowledgements operieren. Im Zuge der fortschreitenden Arbeitsteilung wird mitunter auch der Akt des Schreibens nicht nur innerhalb der Koautoren sehr unterschiedliche aufgeteilt, sondern in manchen Forschungsfeldern auch an professionalisierte „Scientific Writer“ delegiert, die üblicher Weise nicht als Autoren genannt sind. Letzteres steht dem klassischen Konzept der Einheit von Autor und Text diametral entgegen. Diese Befunde indizieren, dass je nach Disziplin dem Schreiben eine sehr unterschiedliche Bedeutung beigemessen wird und werfen Fragen nach der Handhabung und dem Umgang mit sogenannten „Ghost Authors“, den teilweise praktizierten „Guest-“ und „Gift-Authorships“ bzw. der „Ehrenautorschaft“ auf.

Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zur empirischen Beforschung von Autorschaft zu leisten. Anhand quantitativer und qualitativer empirischer Daten wird untersucht, in welcher Weise sich die veränderten und disziplinspezifisch variierenden Produktionsverhältnisse wissenschaftlichen Wissens in der Autorschaft widerspiegeln: Welche Bedeutung wird Autorschaft jeweils zugewiesen? Wie wird Autorschaft verhandelt? Und welche Konflikte können damit einhergehen?

Die Untersuchung wird seitens der Verbundpartner in Weimar (Webis) und Leipzig (Temir) durch algorithmische Autorschaftsanalysen komplettiert https://webis.de/research/science-studies.html. Diese Analyseansätze ermöglichen es die Schreibstile und inflationäre Autorschaft mittels Autor-Profiling und der Textwiederverwendungsanalyse zu erfassen.

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Publikationen

Say my name, say my name: Academic authorship conventions between editorial policies and disciplinary practices.

Hesselmann, F., Schendzielorz, C., & Sorgatz, N. (2021). Say my name, say my name: Academic authorship conventions between editorial policies and disciplinary practices. Research Evaluation. https://academic.oup.com/rev/advance-article/doi/10.1093/reseval/rvab003/6291408?searchresult=1, https://doi.org/10.1093/reseval/rvab003 (Abgerufen am: 03.06.2021) (online first). https://doi.org/10.1093/reseval/rvab003
Vorträge

Panel "Authorship Ethics in Academic Publishing".

Hesselmann, F. (2021, Juni). Panel "Authorship Ethics in Academic Publishing". Vortrag auf dem Symposium Wiley Research Interactions 2021, Wiley, Heidelberg.

„Im Namen des Mondes werde ich dich bestrafen!“ Normen als Anrufungsweisen in Spielen und darüber hinaus.

Heßelmann, F., & Dellwing, M. (2021, März). „Im Namen des Mondes werde ich dich bestrafen!“ Normen als Anrufungsweisen in Spielen und darüber hinaus. Vortrag auf der Tagung Aspekte einer nicht-normativen Theorie von Normen: Praxistheorie als Option?, Sektion Soziologische Theorie in der DGS - Arbeitskreis Normen und Normativität, Düsseldorf, Fulda, Münster.

Normative Vorstellungen wissenschaftlicher Autorschaft zwischen Journal Policies und wissenschaftlicher Praxis.

Schendzielorz, C., & Hesselmann, F. (2020, November). Normative Vorstellungen wissenschaftlicher Autorschaft zwischen Journal Policies und wissenschaftlicher Praxis. Vortrag auf dem Kolloquium DZHW Kolloquium, DZHW Berlin, Berlin.

Wie wirkungsmächtig sind Zahlen? Aktuelle Befunde aus der Soziologie der Quantifizierung.

Schendzielorz, C., Ringel, L., & Reinhart, M. (2020, September). Wie wirkungsmächtig sind Zahlen? Aktuelle Befunde aus der Soziologie der Quantifizierung. Vortrag auf dem Kongress Gesellschaft unter Spannung. 40 Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie., Deutsche Gesellschaft für Soziologie, TU Berlin, HU Berlin, FU Berlin., Berlin, Deutschland.
Abstract

In der modernen Gesellschaft sind Zahlen, Ziffern, Metriken und Matrizen ein omnipräsentes Phänomen: Ob Fitness-Apps, mittels derer man die Entwicklung der eigenen Leistungsfähigkeit überwachen kann, Sporttabellen, die darüber Aufschluss geben, wer im Wettbewerb um den Meistertitel oben steht; Bevölkerungsstatistiken, die es Staaten erlauben ihre eigene Entwicklung zu überwachen; Preisbildungen auf Märkten, Ratings, die Auskunft über die Bonität eines Landes geben, Benchmarks von Unternehmen oder Hochschulrankings, die in jährlichen Abständen die Exzellenz von Universitäten vergleichen – auf vielfältige Art werden Individuen, Gruppen, Organisationen und Staaten vermessen in metrischen Systematiken platziert und mittels Zahlen bewertet.

Die Mythologisierung der Zahl: Quantifizierungskritik in der Wissenschaft.

Heßelmann, F. (2020, September). Die Mythologisierung der Zahl: Quantifizierungskritik in der Wissenschaft. Vortrag im Rahmen der Ad-hoc-Gruppe "Wie wirkungsmächtig sind Zahlen? Aktuelle Befunde aus der Soziologie der Quantifizierung" auf der Konferenz DGS Kongress 2020, Berlin.

How to allocate authorship? Tensions between research practice and editorial policies.

Schendzielorz, C., & Hesselmann, F. (2020, August).
How to allocate authorship? Tensions between research practice and editorial policies. Vortrag auf der EASST/4S 2020 Locating and Timing Matters: Significance and agency of STS in emerging worlds, 18.8.-21.08.2020, Prague, Czech Republic.

Autorschaft im Wandel.

Schendzielorz, C. (2019, Dezember).
Autorschaft im Wandel. Vortrag auf der Kick-Off-Veranstaltung der BMBF Förderlinie "Qualitätsentwicklung in der Wissenschaft", in Zusammenarbeit mit Martin Potthast und Benno Stein, HTW Dresden, 05.-06.12.2019, Dresden.

Projektleitung

Cornelia Schendzielorz
Dr. Cornelia Schendzielorz Projektleitung 030 2093666-27

Projektmitarbeit

Dr. Felicitas Heßelmann Marcel Knöchelmann

Gefördert von

Bundesministerium für Bildung und Forschung