Einfluss der sozialen Herkunft auf die bildungs- und berufsbezogene Neuorientierung nach Studienabbruch

Projektbeginn: 01.01.2018 - Projektende: 31.12.2018

Das deutsche Bildungs- und Ausbildungssystem ist stark von sozialen Ungleichheiten, insbesondere hinsichtlich der sozialen Herkunft, geprägt. Die soziale Herkunft beeinflusst sowohl Bildungsentscheidungen als auch Bildungserträge und stellt an jeder Schwelle des Bildungssystems einen bedeutenden Faktor der Chancenverteilung dar. Das Risiko, ein aufgenommenes Studium abzubrechen, variiert ebenfalls mit der sozialen Herkunft und darauf basierenden Bildungsentscheidungen vor Studienbeginn. Darüber hinaus wirken die resultierenden Bildungsungleichheiten über das Bildungssystem hinaus und führen damit u.a. zu ungleichen Erwerbsverläufen und -erfolgen.

In Anbetracht der herrschenden Ungleichheitsprozesse innerhalb des (deutschen) (Aus-)Bildungssystems, die auf die soziale Herkunft zurückzuführen sind, stellt sich die Frage inwieweit diese auch auf den bildungs- und berufsbezogenen Verbleib nach Studienabbruch Einfluss nimmt. Nach Abbruch eines Studiums müssen individuell erneut komplexe Entscheidungen darüber getroffen werden, wie der bildungs- und berufsbezogene Werdegang gestaltet werden soll. Es ist anzunehmen, dass sich auch an dieser Schwelle bzw. zu diesem Zeitpunkt der Umorientierung die soziale Herkunft als einflussnehmend erweist.

Das Forschungsprojekt widmet sich diesem Zusammenhang. Ziel des Projektes ist es, den Einfluss der sozialen Herkunft auf die bildungs- und berufsbezogene Neuorientierung nach Studienabbruch zu untersuchen. Im Speziellen soll den folgenden Fragen nachgegangen werden:

  • Beeinflusst die soziale Herkunft die Aufnahme eines erneuten Studiums nach einem ersten Studienausstieg?
  • Wenn sich Personen nach Studienabbruch für die Aufnahme einer beruflichen Ausbildung entscheiden, hat die soziale Herkunft dann einen Einfluss auf Niveau und Art der Ausbildung sowie die Dauer des Übergangs?
  • Hat die soziale Herkunft einen Einfluss auf die Dauer der (Neu-)Orientierung nach Studienabbruch?

Insbesondere sind die Art der beruflichen und bildungsbezogenen Neuorientierung sowie die Dauer des Übergangsprozesses wichtige Determinanten, die in Abhängigkeit mit der sozialen Herkunft die Chancengleichheit beeinflussen können. Variiert die Chance einen Studienabbruch mit einem anderen berufsqualifizierenden Abschluss zu korrigieren mit der sozialen Herkunft, so ist dies von höchster wissenschaftlicher, öffentlicher und politischer Relevanz.

Als Datenbasis dient die bundesweit repräsentative Befragung von Exmatrikulierten des Sommersemesters 2014 des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW).

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Projektleitung

Nancy Kracke
Dr. Nancy Kracke Projektleitung 0341 962765-35

Projektmitarbeit

Sören Isleib Carolin Otto

Pressekontakt

Daniel Matthes
Daniel Matthes 0511 450670-532
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