Zukunft der Fakultät

Projektbeginn: 01.01.2018 - Projektende: 31.12.2018

Die Fakultät ist die etablierte interne Organisationsstruktur der deutschen Hochschulen. Ihr kommt in rechtlicher (Teilrechtsfähigkeit), finanzieller (budgetäre Einheit), entscheidungsbezogener (Fakultätsrat, Dekanat) und akademischer (Vergabe akademischer Grade) Hinsicht zentrale Bedeutung zu. Im Hinblick auf die disziplinäre Struktur der Wissenschaft dominiert dabei eine Zusammenfassung möglichst ähnlicher Fächer (relative Homogenität). Schließlich sind die Fakultäten auch als Zentren interner informeller Macht von Belang.

Nun sind allerdings vor allem im Bereich der Forschung, aber auch im Bereich der Lehre und der Nachwuchsförderung in den letzten anderthalb Jahrzehnten neue, teils querliegende Strukturen und Organisationseinheiten entstanden. Das Spektrum reicht von Colleges (Leuphana) über fakultätsübergreifende Graduate Schools im Bereich der Nachwuchsausbildung bis zu Exzellenzclustern und Centers for Advanced Study im Bereich der Forschung. Das Projekt soll aus einer organisationssoziologischen und konflikttheoretischen Perspektive untersuchen, wie sich das Verhältnis zwischen den Fakultäten und ausgewählten Typen dieser neuen Organisationseinheiten entwickelt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei erstens auf Konflikten, die sich im Hinblick auf die Neuverteilung von Aufgaben, Zuständigkeiten, Entscheidungsrechten, Ressourcen und im Hinblick auf die Modifikation von organisationalen Identitäten und Kulturen zwischen den Fakultäten und ihren neuen Pendants ergeben. Untersucht werden sollen zweitens emergente Prozesse und Strukturen, die diese Konflikte lösen sollen (z.B. ständige Vertretung von Clustern in Fakultätsgremien) und damit den Zuschnitt der Fakultäten als Organisationseinheiten in der Zukunft mitbestimmen.

Methodisch sollen zunächst eine Reihe von Interviews geführt und relevante Dokumente ausgewertet werden. Zentrale Ziele sind dabei erstens die Erarbeitung und Einreichung eines Drittmittelantrags für eine Stiftungs- oder Ministeriumsfinanzierung einer tiefer gehenden Befassung mit der Thematik, zweitens die Veröffentlichung mehrerer Beiträge und drittens die Vorbereitung einer Tagung, die im Jahr 2019 ausgerichtet werden soll.

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Projektleitung

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Dr. Susanne In der Smitten Projektleitung 0511 450670-362

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