Nach bisherigen Studienverlaufsberechnungen liegt der Schwundanteil unter den ausländischen Studierenden an einzelnen Hochschulen bei deutlich über 50%. Der geringe Studienerfolg mindert die Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit der deutschen Hochschulen auf dem internationalen Bildungsmarkt. Aus diesem Grund begann das DZHW (vormals HIS) im Auftrag des DAAD 2005, ein Methodenset zu entwickeln, mit dem auf der Basis von Befragungen, Gruppen- und Experteninterviews die spezifische Studien- und Lebenssituation der ausländischen Studierenden erfasst werden kann. An zwei Hochschulen wurden aufbauend auf ausführliche explorative Gruppen- und Einzelinterviews mit ausländischen Studierenden, Hochschullehrern und Studienberatern die Ursachen des starken hochschulbezogenen Schwunds erkundet. Auf die Weise konnten alle relevanten schwundfördernden Aspekte, von den Bedingungen der Auswahl und der Studienmotivation bis hin zu den Fragen der Studienfinanzierung, in einen standardisierten Fragebogen Eingang finden. Dieser Bogen wurde an alle ausländischen Studierenden im Erststudium an den beiden Hochschulen gesandt. Dabei war es ihnen möglich, ihre Antworten entweder in schriftlicher Form oder internetgestützt abzugeben.
In einem ausführlichen Bericht hat das DZHW (vormals HIS) Anfang 2006 das angewandte Methodenset zur Untersuchung der Schwundursachen im Ausländerstudium vorgestellt und den Hochschulen die Nachnutzung ermöglicht. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse der Befragung ausgewertet und in einem ausführlichen Bericht vorgelegt.