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Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik – Projekte

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DZHW-Wissenschaftlerbefragungen – Barometer für die Wissenschaft

Trendstudien, Stimmungsbarometer und Meinungsumfragen gibt es für viele gesellschaftliche Bereiche. Langfristig angelegte Umfrageforschung kann wichtige Informationen über Entwicklungen und aktuelle Tendenzen im jeweiligen Untersuchungsfeld liefern. So lassen sich mit Umfrageforschung beispielsweise wirtschaftliche oder politische Entwicklungen besser abschätzen und bewerten.

Eingehende demoskopische Untersuchungen der Wissenschaft sind vergleichsweise selten. Zwar gibt es zahlreiche Befragungen von einzelnen Personengruppen, die in Forschung und Lehre aktiv sind. Ein umfassendes Meinungsbild zur Lage und Entwicklung des deutschen Wissenschaftssystems fehlte jedoch lange Zeit. Dies ist erstaunlich, da das Wissenschaftssystem einen tief greifenden Veränderungsprozess durchlaufen hat und weiter durchläuft und infolgedessen u.a. das Interesse an der Wahrnehmung dieser Entwicklungen aus der Perspektive der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler groß ist.

Das damalige Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ) hat vor diesem Hintergrund im Jahr 2009 eine Wissenschaftlerbefragung ins Leben gerufen. Die iFQ-Wissenschaftlerbefragung 2009 bietet Aufschluss über die Arbeitsbedingungen an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie über die Wahrnehmung von größeren Programmen und einzelnen Instrumenten der Wissenschaftsförderung (wie beispielsweise die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder). Außerdem wurde auf wissenschaftspolitische Diskurse fokussiert. Dabei standen Themen wie das Verhältnis von grund- und drittmittelfinanzierter Forschung und das Begutachtungsverfahren im Mittelpunkt.

Im Januar 2016 erfolgte der Zusammenschluss von DZHW und iFQ. Die zweite und jüngste Wissenschaftlerbefragung wurde von März bis Mai 2016 von der Abteilung 2 „Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik“ des DZHW durchgeführt. Dabei wurde erstmals neben den Professorinnen und Professoren auch der akademische Mittelbau an deutschen Universitäten erfasst. Als Trendstudie greift die DZHW-Wissenschaftlerbefragung 2016 einen wesentlichen Teil der Fragen der vorangegangenen Studie auf. Gleichzeitig wurde der Fragebogen um neue Themen erweitert, die zum einen den Bezug zur aktuellen wissenschaftspolitischen Debatte herstellen und zum anderen die besondere Situation des Mittelbaus berücksichtigen.

Die breit angelegte Befragung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland soll in Zukunft regelmäßig wiederholt werden. So soll ein tieferes Verständnis der Entwicklungen des deutschen Wissenschaftssystems ermöglicht werden. Die DZHW-Wissenschaftlerbefragung versteht sich in diesem Sinn als langfristiges Barometer für die Wissenschaft.

In Zukunft wird das Intervall der Wissenschaftlerbefragung auf drei Jahre verkürzt und die durchschnittliche Interviewlänge je Befragung auf max. 20min begrenzt. Damit dennoch alle wichtigen Themen abgedeckt werden können, wird die Wissenschaftlerbefragung anders gestaltet: Jede Befragung wird ein Basismodul (ein konstantes Erhebungsprogramm) mit zentralen Fragen beinhalten (vor allem Demografie, Arbeitssituation, Forschungsbedingungen). Daneben werden wiederkehrende Serienmodule (variable Erhebungsprogramme) zu bestimmten Themen (z.B wissenschaftliche Integrität, Antragsverhalten) alternierend im Sechsjahresrhythmus eingesetzt. Darüber hinaus sind je Befragung drei bis fünf Befragungsminuten für aktuelle Themen reserviert (Spezialmodule). Diese werden für Kooperationen mit internen wie externen Partnern genutzt. Die Daten der Wissenschaftlerbefragungen werden im FDZ des DZHW veröffentlicht.

Ergänzend ist zu erwähnen, dass das iFQ/DZHW in den letzten Jahren zudem einige Auftragsstudien durchgeführt, die inhaltlich und methodisch auf der iFQ-Wissenschaftlerbefragung 2009 aufbauen. Besonders zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang die Befragung des wissenschaftlichen Personals an österreichischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Auftrag des Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) und die Befragung des wissenschaftlichen Personals der Universitätsallianz Metropole Ruhr im Auftrag der Stiftung Mercator.

Publikationen

Böhmer, S., Neufeld, J., Hinze, S., Klode, C., & Hornbostel, S. (Hrsg.) (2011). Wissenschaftler-Befragung 2010: Forschungsbedingungen von Professorinnen und Professoren an deutschen Universitäten. iFQ-Working Paper No.8. Bonn: iFQ.

Johann, D., Möller, T., & Neufeld, J. (2016). Gut für Projektionen - Was Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Exzellenzinitiative denken. duz Deutsche Universitätszeitung, 8/2016, S. 22-23.

Johann, D., & Neufeld, J. (2016). Performance Based Funding and Researchers’ Strategies for Grant Applications. In Ràfols, I., Molas-Gallart, J., Castro-Martínez, E., & Woolley, R. (Hrsg.), Peripheries, frontiers and beyond. Proceedings of the 21st International Conference on Science and Technology Indicators (S. 1332-1338). València: Editorial Universitat Politècnica de València.

Johann, D., & Neufeld, J. (2016). Nachwuchsprobleme. Situation und Berufsziele des wissenschaftlichen Nachwuchses. Forschung & Lehre, 9/2016, 790-791.

Konsortium Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (2017). Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2017. Statistische Daten und Forschungsbefunde zu Promovierenden und Promovierten in Deutschland. Bielefeld.

Reinhart, M., & Heßelmann, F. (2016). Sanktion ja, Debatte nein. duz Deutsche Universitätszeitung (11/2016), S. 14-15.

Tesch, J., Huber, N., Neufeld J., Donner, P., Aman, V., & Gauch, S. (2017). Beitrag des wissenschaftlichen Nachwuchses zu Lehre, Forschung und Transfer/Innovation. Berlin: DZHW.

Vorträge (Auswahl)

Jerke, J., Johann, D., Rauhut, H., & Thomas, K. (2017). The Applicability of RRT & the ICT in the Field of Higher Education Research & Science Studies. 7th Conference of the European Survey Research Association (ESRA), Lissabon, Portugal.

Johann, D., & Mayer, S.J. (2017). The perception of scientific authorship across disciplines. Eu-SPRI VIENNA 2017, Wien, Österreich.

Johann, D., & Neufeld, J. (2016). Performance-based allocation of funds, pressure to publish and publication strategies. Paper presentation at the 4S/EASST CONFERENCE BARCELONA - 2016: Science and Technology by Other Means, Barcelona, Spain.

Neufeld, J., & Johann, D. (2016). Performance Based Funding and Researchers' Grant Application Strategies. Posterpräsentation auf der 21st International Conference on Science and Technology Indicators: Peripheries, Frontiers and Beyond, Valencia, Spain.

Neufeld, J. (2016). Begutachtungswesen - Ergebnisse der DZHW Wissenschaftlerbefragung 2016. Vortrag vor dem Forschungsausschuss des Wissenschaftsrates, Köln.

Neufeld, J. (2017). Wer kommt auf die Liste? – Welche Kriterien halten Wissenschaftler*innen bei der Bewerberauswahl in Berufungsverfahren für entscheidend? Ergebnisse aus der DZHW Wissenschaftler-befragung 2016. DZHW Workshop „Rekrutierung von Professor*innen“, Berlin.

Downloads

 Download Methodenbericht 2016

Download Variablenbericht - Häufigkeitsauszählung 2016

Einzelprojekte

Abgeschlossene Projekte

http://www.dzhw.eu/abteilungen/system/projekte/pr_detail
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