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Forschung – Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik

Forschung – Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik



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Die Abteilung Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik widmet sich der Analyse der Strukturen und Interdependenzen des Wissenschaftssystems, insbesondere der Wechselwirkungen unterschiedlicher Governance-, Finanzierungs- und Förderungsformen.

Die Abteilung Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik gliedert sich in drei Arbeitsbereiche, die aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen (u.a. szientometrische Verfahren, Verfahren der empirischen Sozialforschung - qualitativ wie quantitativ - komparativ) das Forschungssystem durchleuchten. Die drei Arbeitsbereiche kooperieren entsprechend ihrer thematischen Schwerpunktsetzung mit den anderen Abteilungen des DZHW.

Arbeitsbereich Leistungsbewertung und Indikatorik

Der Arbeitsbereich beschäftigt sich zunächst einmal mit den basalen Fragen der Möglichkeiten intersubjektiv geteilter Bewertung wissenschaftlich relevanter Sachverhalte. Dazu zählen neben den klassischen Review-Verfahren in Zeitschriften, bei Konferenzen, in der Personen- oder Forschungsförderung auch Evaluationen. Darüber hinaus beschäftigt sich dieser Arbeitsbereich mit der Frage, welche Wirkungen von Evaluationen, Rankings/Ratings, performanzorientierten Mittelallokationsverfahren oder freiwilligen Benchmarking-Verfahren ausgehen. Praxen des Bewertens, ihrer verfahrensförmigen Organisation und ihrer Wirkung auf Entscheidungen gehören deshalb zu den zentralen Untersuchungsgegenständen und werden im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf das Forschungssystem und unter dem Gesichtspunkt wissenschaftlicher Qualität und ihrer Sicherung betrachtet.

Ein besonderer Schwerpunkt dieses Arbeitsbereichs liegt in der Analyse der Entwicklung indikatorgestützter Bewertungsverfahren zur Messung von Forschungsleistungen oder zur Mittelallokation, ihrer praktischen Anwendung und Wirkung auf das Wissenschaftssystem. Dabei kommt der Bibliometrie eine besondere Rolle zu, die einerseits als methodisches Instrument betrachtet wird, andererseits als eigenständiger Forschungsbereich, der zur Entwicklung und Validierung von bibliometrischen Indikatoren auch mit nicht-bibliometrischen Erhebungsverfahren arbeitet. Das Kompetenzzentrum Bibliometrie, seit 2008 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und in der Abteilung Forschungssystem und Wissenschaftsdynamik angesiedelt, spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle, indem es eine qualitativ gesicherte Datenbasis für bibliometrische Analysen bereitstellt. Entsprechend gehört auch die Beschäftigung mit Forschungsinformationssystemen, ihrer Konstruktion, Nutzung und Akzeptanz zu diesem Arbeitsbereich.

Dienstleistungen
Der Arbeitsbereich offeriert zudem verschiedene forschungsbasierte Dienstleistungen auf dem Gebiet der Bibliometrie. Das Angebot umfasst insbesondere die Entwicklung und Validierung von Indikatoren sowie vergleichende bibliometrische Analysen, die dazu geeignet sind Monitoring- und Evaluationsprozesse zu informieren. Angeboten werden bedarfsgerechte Analysen der Forschungsperformanz mit den Dimensionen Produktivität und Impact, Vernetzung und Kollaborationen, Forschungsprofil und thematische Ausrichtung sowie Analysen von Publikationsstrategien unter Nutzung eines fortgeschrittenen methodischen Instrumentariums. Die Analysen werden auf die konkreten Bedürfnisse der Auftraggeber mit Blick auf Untersuchungsgegenstand und Analysedimensionen angepasst. Wir bieten somit Analysen, die darauf zielen die Forschungsperformanz ganzer Länder, Regionen oder aber Institutionen oder aber fachlich (Disziplinen) oder organisatorisch abgrenzbarer Einheiten (Universitäten, Institute etc.) vergleichend und im Zeitverlauf zu analysieren. Typische Anwendungszenarien sind:

  • System- und Länderanalysen
  • Analysen für Organisationen (Hochschulen und Außeruniversitären Forschungszentren/-verbünde)
  • Analysen zu wissenschaftlichen Feldern und deren Entwicklung
  • Analysen zu Fördereffekten.
Bibliometrische Analysen können als Stand-Alone Produkte oder aber eingebettet in umfangreichere Evaluations- und Monitoringaktivitäten durchgeführt werden.

Arbeitsbereich Selbststeuerung und Finanzierung

Das Forschungssystem ist zwar geprägt durch das Prinzip der Selbststeuerung, erhält aber zugleich durch beständig steigende Drittmittel und antragsgebundene Projektfinanzierungen deutliche Steuerungsimpulse durch unterschiedliche Stakeholder. Vor diesem Hintergrund widmet sich dieser Arbeitsbereich der Untersuchung der Finanzierung des Forschungssystems. Neben den Gesamtaufwendungen und der eigentlichen Mittelausstattung spielen dabei insbesondere die Konditionen der Mittelvergabe eine entscheidende Rolle. Die Wirkung monopolistischer oder pluralistischer Förderungssysteme, strategischer oder unkonditionierter Förderung, institutioneller oder antragsgebundener, initiierender und verstetigender Finanzierung sowie universitärer oder außeruniversitärer Forschung sind Elemente, die für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit des gesamten Wissenschaftssystems wesentlich sind.

Die Finanzierungsmodalitäten sind Teil der Governance des Wissenschaftssystems. Mit steigender Autonomie der einzelnen Forschungsorganisationen kommt den nicht-monetären Koordinationsleistungen immer größere Bedeutung zu. In diesem Arbeitsbereich wird daher vor allen Dingen nach den Wirkungen auf der Systemebene gefragt: Etwa nach den Zusammenhängen von steigender Wettbewerbsförmigkeit, entsprechend steigendem Begutachtungsaufwand bei sinkenden Bewilligungsquoten und den Reaktionen bei Forschungsförderern, Zeitschriftenherausgebern, Gutachtern und schließlich der Akzeptanz von Entscheidungen und Begründungen bei den Wissenschaftlern. Fragen bezüglich wissenschaftlichen Fehlverhaltens und Qualitätsanforderungen erhalten in diesem Kontext eine besondere Bedeutung. Der Arbeitsbereich widmet sich diesen Problemen mit sehr unterschiedlichen Methoden, darunter Wissenschaftsbefragungen, bibliometrische Analysen und nicht zuletzt durch Mitarbeit an praktischen Qualitätssicherungsverfahren.

Arbeitsbereich Selbstrekrutierung und Karrieren

Der Arbeitsbereich Selbstrekrutierung und Karrieren widmet sich zum einen dem wissenschaftlichen Nachwuchs und den Fragen, die seine Stellung im Wissenschaftssystem betreffen. Studien wie das Promovierendenpanel ProFile und das EU-Projekt RISIS geben Auskunft bezüglich Promotions- und Postdoktorandenphasen, Karriereverläufe, Motivationen und Attraktivität des „Beschäftigungsfelds Wissenschaft“. Zum anderen werden auch die Karrieren des etablierten wissenschaftlichen Personals in diesem Bereich analysiert. Dazu gehören unter anderem die Untersuchung von Rekrutierungsstrategien, sowie die strukturellen Auswirkungen von Preisen (Alexander von Humboldt-Professuren, Reinhart Koselleck-Projekte usw.), der Wirkung von Tenure track-Modellen, Möglichkeiten und Grenzen von Personalentwicklungsmodellen an Hochschulen, Bedingungen (Entscheidungsgründe und Wirkungen) für und von Mobilität, Möglichkeiten und Hindernisse von sektoraler Mobilität (z.B. zwischen Wirtschaft und Wissenschaft), das Ausscheiden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und weiteren Aktivitäten von Emeriti bzw. Pensionärinnen und Pensionären.

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